Niederländische Hansestädte: Junges Leben in mittelalterlichem Gewand

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27. Juli 2016

Niederländische Hansestädte

Nicht nur deutsche, sondern auch niederländische Städte waren einstmals dem Hansebund angeschlossen. In den niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel liegen neun Hansestädte, die ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahren konnten. Durch das Wasser verbunden sind Harderwijk, Elburg, Hasselt, Kampen, Zwolle, Hattem, Deventer, Zutphen und Doesburg – und alle neun waren im späten Mittelalter Mitglied des berühmten Kaufmannsbunds. Daher kommt ein Besuch der Städte einer Zeitreise in das 14. und 15. Jahrhundert gleich. Besucher können hier über Kopfsteinpflaster an prächtigen Kaufmannshäusern vorbei spazieren, mittelalterliche Märkte besuchen oder die verwinkelten Gassen entdecken. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Hansestädte dicht beieinander liegen. So kann man die Städte nicht nur entspannt mit dem Boot abfahren, sondern auch eine Radtour durch das malerische Ijsseldelta unternehmen und in den Hansestädten Zwischenstopps einlegen. Wir stellen drei der neun Hansestädte exemplarisch vor.

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Nicht nur deutsche, sondern auch niederländische Städte waren einstmals dem Hansebund angeschlossen. In den niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel liegen neun Hansestädte, die ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahren konnten. Durch das Wasser verbunden sind Harderwijk, Elburg, Hasselt, Kampen, Zwolle, Hattem, Deventer, Zutphen und Doesburg – und alle neun waren im späten Mittelalter Mitglied des berühmten Kaufmannsbunds. Daher kommt ein Besuch der Städte einer Zeitreise in das 14. und 15. Jahrhundert gleich. Besucher können hier über Kopfsteinpflaster an prächtigen Kaufmannshäusern vorbei spazieren, mittelalterliche Märkte besuchen oder die verwinkelten Gassen entdecken. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Hansestädte dicht beieinander liegen. So kann man die Städte nicht nur entspannt mit dem Boot abfahren, sondern auch eine Radtour durch das malerische Ijsseldelta unternehmen und in den Hansestädten Zwischenstopps einlegen. Wir stellen drei der neun Hansestädte exemplarisch vor.

Hasselt

Im Volksmund wird Hasselt oftmals als „kleines Amsterdam“ bezeichnet, was einerseits auf die reiche Historie zurückzuführen ist – als die Hansestädte ihre Blütezeit erlebten, war die heutige Hauptstadt Amsterdam noch ein kleines Fischerdorf. Andererseits bekommt der Besucher bei einem Besuch von Hasselt tatsächlich das Gefühl, er würde eine Miniatur-Ausgabe von Amsterdam besichtigen - Grachten, Brücken, Kaimauern und über 70 historische Gebäude bestimmen hier das Stadtbild. So thront beispielsweise der Turm der Stephanuskirche hoch über den Dächern der Stadt. Die dazugehörige Kirche aus dem Jahr 1497 ist berühmt für ihre Akustik und die historische Rudolf Knol-Orgel. Bekannt wurde Hasselt jedoch durch seine blühende Muschelkalkindustrie. Im 15. Jahrhundert entstand dort die erste Muschelkalkbrennerei, deren letzter Ofen erst 1990 erlosch. Nichtsdestotrotz können Besucher das industrielle Erbe inklusive der restaurierten Kalköfen noch heute besichtigen.

Kampen

Die Hansestadt Kampen ist bekannt für ihr mittelalterliches Zentrum und besitzt darüber hinaus eine der am besten erhaltenen Stadtkerne der Niederlande. Viele alte, aber gut erhaltene Kirchen zieren die Innenstadt, Überreste der Stadtmauer sowie drei Stadttore in gutem Zustand und das Rathaus mit einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden Einrichtung können besichtigt werden. Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem Wasser verbunden, daher liegt es auch nahe, dass Kampen viele Wassersportliche Aktivitäten anbietet. Mehr als zehn Yachthäfen zieren das Ufer der Stadt, und Surf- und Badegewässer laden zum Entspannen ein. Darüber hinaus kann man die Nachbildung einer mittelalterlichen Kogge besichtigen und damit eine Rundfahrt über die Ijssel machen. Die Kogge war das wichtigste Handelsschiff des Hansebundes und transportierte Waren aller Art.

Zwolle

Die Hauptstadt der Provinz Overijssel ist wohl die bekannteste dieser drei Hansestädte. Noch heute zeugen die Stadtbefestigung und die reich verzierten Kaufmannshäuser von der Blüte der Hansestadt, die bis in das 16. Jahrhundert reichte.

Heutzutage ist Zwolle dank der so genannten „Zwolse balletjes“ (Zwoller Bällchen) auch als Bonbonstadt bekannt, die man beispielsweise im „Zwolse Balletjeshuis“ kaufen und probieren kann. Wer Zwolle besucht, wird früher oder später mit dem Begriff „Blauwvingers“ konfrontiert - dies ist der Spitzname für die Bewohner von Zwolle, den sie einem Streich aus dem Mittelalter zu verdanken haben. Die Einwohner aus dem angrenzenden Kampen kauften Zwolle damals eine Kirchturmglocke ab und bezahlten sie mit Wagen voller Kleingeld. Eine Revanche für jahrelange Rivalitäten zwischen den beiden Städten – und viel Arbeit für die Bürger von Zwolle, die vom tagelangen Geldzählen blaue Finger bekamen. Heutzutage werden anlässlich dieser Geschichte jedes Jahr im Juli die „Blauwvingersdagen“ (Blaufinger-Tage) gefeiert. Es gibt unter anderem einen großen Trödelmarkt und viele kleine Veranstaltungen und Konzerte. Dieses Jahr findet die 41. Ausgabe der „Blauwvingersdagen“ noch am 20. und 27. Juli statt.

Weitere Informationen unter: www.holland-hanse.de/; http://www.holland.com