2nd-Hand-Restaurants

Jeroen Apers, Montag, 5. August 2013, 211 Mal gesehen

2nd-Hand-Restaurants

Ich komme gern in die Noorderparkbar in Amsterdam-Nord. Das ist eine kleine Bar, die komplett aus Materialien gebaut ist, die von Marktplaats stammen, der holländischen Variante von eBay. Das Ergebnis überließen die Designer ganz dem Zufall, und sie verwendeten ausschließlich, was auf dieser Website zu finden war. Da das gesamte Baumaterial bei Privatpersonen abgeholt wurde, hat jedes Teil der Bar seine eigene Geschichte. Und das ist ausführlich im (holländischen) Weblog hetkomtaltijdgoed.nl kommentiert. Nett zu lesen, während man seinen Kaffee schlürft.

Weiter

Ich komme gern in die Noorderparkbar in Amsterdam-Nord. Das ist eine kleine Bar, die komplett aus Materialien gebaut ist, die von Marktplaats stammen, der holländischen Variante von eBay. Das Ergebnis überließen die Designer ganz dem Zufall, und sie verwendeten ausschließlich, was auf dieser Website zu finden war. Da das gesamte Baumaterial bei Privatpersonen abgeholt wurde, hat jedes Teil der Bar seine eigene Geschichte. Und das ist ausführlich im (holländischen) Weblog hetkomtaltijdgoed.nl kommentiert. Nett zu lesen, während man seinen Kaffee schlürft.

Und so gibt es in Amsterdam weitere populäre Hotels, Restaurants und Cafés, die nach dieser Recycling-Philosophie entworfen wurden. Das reicht von alten Wohnzimmermöbeln in der Bloemenbar bis hin zur ‚Ruinenbar‘ Roest, die in einer alten Fabrikhalle untergebracht ist. Derartige Orte können mitunter einem ganzen Viertel neue Impulse geben. Wie auch meine Lieblingsbar Hannekes Boom. Da umfangreiche Baupläne auf Eis gelegt wurden und die Gemeinde dennoch die Lebendigkeit in diesem Gebiet erhalten wollte, wurde ein Design-Wettbewerb für eine fünfjährige Initiative ausgeschrieben. Ein relativ kurzer Zeitraum für eine rentable Investition. Um dennoch auf die Kosten zu kommen, wurde Hannekes Boom nahezu vollständig mit Materialien aus zweiter Hand gebaut, häufig sogar aus Abfallcontainern. Inzwischen ist der eigensinnige Schuppen ein wahrer Hotspot geworden; vor allem im Sommer, weil man direkt von der Tür mit dem Boot anlegen kann.

Noch so ein inspirierender Ort ist meiner Meinung nach Restaurant Moes, wo vor allem lokale Produkte zubereitet werden. Es wurde von Superuse-Studios entworfen, Architekten mit einer klaren Philosophie: alles, was man in der Nähe findet, ist gut. Zu jedem Projekt wird zunächst eine ‚Erntekarte‘ erstellt, auf der angegeben ist, wo man in der Nähe die Baumaterialien abholen kann. Für Moes viel ihr Auge auf die Wegweiser-Beleuchtung des Flughafens Schiphol, Gummirollen aus der Druckindustrie als Tischdekoration und das Holz von Kabelrollen als Baumaterial für die Einrichtung.

Materialien aus zweiter Hand können günstig sein, weil man schnell damit bauen kann, wie zum Beispiel mit Seecontainern. In der Entwurfsphase des Restaurants Wijn of Water in Rotterdam stand bereits fest, dass das Restaurant mehrfach umziehen muss. Deshalb entschied man sich dafür, das Etablissement aus neun Seecontainern zu gestalten, denn die lassen sich problemlos versetzen. Trotz des rohen Basismaterials hat das Restaurant überraschenderweise keine industrielle Ausstrahlung. Stilvoll speisen in einem Seecontainer mit Aussicht auf den Hafen: lang lebe die Krise!

Noorderparkbar, Floraparkweg 1, Amsterdam
Bloemenbar, Handboogstraat 15, Amsterdam
Roest, Czaar Peterstraat 213, Amsterdam
Hannekes Boom, Dijksgracht 4, Amsterdam
Restaurant Moes, Prins Hendrikkade 142 sous, Amsterdam
Restaurant Wijn of Water, Loods Celebes 101, Rotterdam

Entdecken Sie mehr in der Umgebung
Google map

Entdecken Sie Holland zu jeder Saison

Holland ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss! Entdecken Sie die besten Urlaubstipps für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.

Weiter