Art Rotterdam

Ulrike Grafberger, Donnerstag, 4. April 2013, 169 Mal gesehen

Art Rotterdam

Heute steht ein Besuch der Art Rotterdam auf dem Programm. Die Art Rotterdam gehört zu den bedeutendsten Kunstmessen der Niederlande. Rund 70 Galerien aus ganz Europa, darunter die Top-Galerien der Niederlande wie West und Grimm, zeigen aktuelle Kunst. Schon allein die Location ist genial: im Cruise Terminal auf dem Wilhelminapier – für mich die schönste Ecke von Rotterdam. Hier liegen die berühmte Erasmusbrücke, das legendäre Hotel New York, die spannendsten Wolkenkratzer und eine Reihe ausgedienter Lagerbauten, die heute als Event-Location dienen.

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Heute steht ein Besuch der Art Rotterdam auf dem Programm. Die Art Rotterdam gehört zu den bedeutendsten Kunstmessen der Niederlande. Rund 70 Galerien aus ganz Europa, darunter die Top-Galerien der Niederlande wie West und Grimm, zeigen aktuelle Kunst. Schon allein die Location ist genial: im Cruise Terminal auf dem Wilhelminapier – für mich die schönste Ecke von Rotterdam. Hier liegen die berühmte Erasmusbrücke, das legendäre Hotel New York, die spannendsten Wolkenkratzer und eine Reihe ausgedienter Lagerbauten, die heute als Event-Location dienen.

Kunstbanause zwischen Kennern

Nun finde ich Kunst zwar sehr interessant, aber ein echter Kunstkenner bin ich nicht. Der tiefere Sinn von rein schwarzen oder blauen Bildern erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick. Deswegen bin ich heilfroh, dass sich meine Freundin Gritta die Zeit nimmt, um mit mir durch die Art Rotterdam zu ziehen. Gritta ist Kunsthistorikerin, arbeitet für eine niederländische Kunstzeitschrift, betreut den MK-Kunst-Award und war jeden Tag auf der Messe. Wenn also jemand Bescheid weiß, dann sie.

Sie zeigt mir die Werke der bekanntesten niederländischen Künstler wie Hans van Bentem, Atelier van Lieshout, Carolein Smit und Tiebbe Beekman. Weiter geht's zu den deutschen Galerien wie die Berliner Sommer & Kohl und Klemm's, dann zu Rotwand aus Zürich und Rokeby aus London, die die gesichtslosen jungen Männer und Frauen von Gideon Rubin ausstellen. Die Kai Middendorff Galerie, Frankfurt, ist mit großformatigen und farbstarken Ölgemälden des türkischen Künstlers Ekrem Yalcindag vertreten. Zum Glück erklären die freundlichen Galeristen geduldig die Werke. So weiß ich nun, dass Ekrem Yalcindag in seinem großen runden Gemälde "Impressions from the streets" Eindrücke, die er in Straßen überall auf der Welt sammelte, in Farbkreise umwandelte. So finden sich die Farbzusammenstellungen eines Düsseldorfer Schaufensters in der Aneinanderreihung von drei Farbfeldern auf Leinwand wieder. Das muss man erst mal wissen ...

Paradiesvögel und Geldadel

Mindestens genauso interessant wie die Kunst erscheint mir das Publikum: Ein Mann mit pinkfarbener Flokatijacke und passendem Wuselkopf in Orange steht neben einem anderen Promi in schwarzer Lederhose und -jacke, darüber eine Fuchsfellweste, die meiner Oma alle Ehre gemacht hätte. Im nächsten Raum stolziert eine Dame auf Yves-Klein-blauen Stiefeletten mit einem farblich passenden blauen Turban auf dem Kopf herum. Ich nehme mir vor, im nächsten Jahr mehr Wert auf mein eigenes Outfit zu legen.

Was man den Leuten vielleicht nicht auf den ersten Blick ansieht, aber auf den zweiten ganz gewiss: Hier trifft sich die High Society. Das muss auch so sein, denn die Kunst will an den Mann gebracht werden. Das ein oder andere kleine Bild bekommt man vielleicht schon für ein paar Hundert Euro, doch ein etwas mehr wandfüllendes Gemälde schlägt dann auch mal mit 25.000 Euro zu Buche. Und wer so richtig Platz hat, kann sich gleich eine ganze Installation ins Wohnzimmer stellen.

Bewegende Kunst

Wir ziehen weiter ins gegenüberliegende Gebäude mit dem hübschen Namen Las Palmas zur Art Rotterdam Projections, der Messe zum Thema Video Kunst. Auf riesengroßen Leinwänden werden Filme projiziert. Für mich das Highlight: "Parade" von Hans Op de Beeck. In seinem Film lässt Hans Op de Beeck verschiedenste Menschen in einer Art Parade über die Bühne eines klassischen Theaters seines Wohnortes ziehen. Während sich im Hintergrund das Kulissenbild ändert (es sind Aquarelle des Künstlers), laufen Kinder, Putzkolonnen, Passanten und vieles mehr über die Bühne – eine Parade des Lebens, die mit einer Beerdigung und einem kleinen Kind als Zeichen neuen Lebens endet.

Doch wer kauft Video-Kunst? Zum Beispiel Hotels. Der weltweit größte Förderer von Videokunst in Hotels ist das Hotel Andaz in Amsterdam. In den Gängen, teilweise auf den Zimmern und in der Lobby werden Video-Filme von internationalen Video-Künstlern gezeigt. Stolze 40 Werke umfasst die Sammlung des Hotels.

Wer sich also für zeitgenössische Kunst interessiert oder noch ein paar Videofilme, Installationen, Farbkreisbilder oder Skulpturen für zu Hause braucht, der sollte zur nächsten Art Rotterdam kommen.

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