Bei Miffy zu Hause

Ulrike Grafberger, Dienstag, 10. September 2013, 788 Mal gesehen

Bei Miffy zu Hause

Ich war zwar schon weit über dreißig, als ich nach Holland zog, doch mein erstes niederländisches Buch war ein Kinderbuch: Nijntje, zu Deutsch Miffy. Noch immer bin ich ein großer Miffy-Fan. In meinem Bücherregal steht eine ganze Reihe von Miffy-Büchern, und meinen Tee trinke ich aus einer Miffy-Tasse. Und damit bin ich nicht alleine. Miffy ist nicht nur in Holland (hier heißt sie Nijntje) beliebt, sondern auf der ganzen Welt. Eine der größten Miffy-Fangemeinden ist die in Japan.

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Ich war zwar schon weit über dreißig, als ich nach Holland zog, doch mein erstes niederländisches Buch war ein Kinderbuch: Nijntje, zu Deutsch Miffy.

Noch immer bin ich ein großer Miffy-Fan. In meinem Bücherregal steht eine ganze Reihe von Miffy-Büchern, und meinen Tee trinke ich aus einer Miffy-Tasse. Und damit bin ich nicht alleine. Miffy ist nicht nur in Holland (hier heißt sie Nijntje) beliebt, sondern auf der ganzen Welt. Eine der größten Miffy-Fangemeinden ist die in Japan.

Doch wer ist Miffy, wo kommt sie her? Ich mache mich auf die Suche nach ihren Ursprüngen – und die liegen in Utrecht. Denn dort lebt Dick Bruna, der Vater – oder wie er sich inzwischen selbst bezeichnet, der Großvater – von Miffy. Und in Utrecht steht auch das Dick-Bruna-Haus, ein kleines Museum, das dem Illustrator und Autor gewidmet ist. Es zeigt eine Kollektion aus rund 7.000 Werken, hauptsächlich Bücher. Auch wenn Dick Bruna ein paar andere Figuren wie Boris Bär und Schnuffy schuf – Miffy bleibt sein größter Erfolg. Die Geschichten rund um das Kaninchen Miffy (der niederländische Name Nijntje leitet sich aus dem niederländischen Wort konijntje für Kaninchen ab) wurden in 50 Sprachen übersetzt und mehr als 85 Millionen Mal verkauft. Ein holländischer Kassenschlager.

Viele der Bücher in unterschiedlichen Sprachen sind im Dick-Bruna-Haus zu sehen, und über Kopfhörer können die in Reimen verfassten Geschichten angehört werden. Es gibt dort einen Film über den sehr sympathischen Dick Bruna sowie viele interaktive Angebote für Kinder. Sehr eindrucksvoll ist auch der Museumsshop, in dem man wirklich alles rund um Miffy kaufen kann – von der Kuschelpuppe über Schlüsselanhänger bis zur Miffy-Lampe. Ich musste mich schwer beherrschen, um nicht mit einem leeren Geldbeutel das Museum zu verlassen. Denn für meine Augen sind die in wenigen warmen Farben gezeichneten Bilder eine Wohltat, ganz anders als die pinkfarbenen Zauberfeen in den Kinderzimmern heutzutage.

Und genau das macht den Charme von Miffy aus – und zwar schon seit 1955, dem Geburtsjahr von Miffy. Während eines Urlaubs in Egmond aan Zee erfand Dick Bruna für seine Kinder Geschichten rund um das kleine Kaninchen, das draußen vor dem Ferienhaus herumhoppelte. Nach und nach folgten auf die Geschichten zauberhafte Zeichnungen in dem für Dick Bruna typischen Malstil: einfache Illustrationen, umrandet mit einer schwarzen Konturlinie, ausgemalt mit nur wenigen Farben. Doch was so einfach erscheint, ist es nicht: „Man glaubt nicht, wie lange ich manchmal mit dem Zeichnen des Gesichtes beschäftigt bin. Wenn ich Miffys Gesicht male, die zwei Augen und das kleine Kreuz, dann kann es ewig dauern, bis es mir gelingt, Miffy ein klein bisschen traurig oder fröhlich aussehen zu lassen,“ sagt Dick Bruna. Die Faszination von Miffy liegt also in der Einfachheit, in dem Mut, unnötige Dinge wegzulassen, und in der Reise in eine Kindheit, in der alles noch ganz klar und überschaubar war.

Adresse: Dick Bruna Huis, Agnietenstraat 2, gegenüber dem Centraal Museum, Utrecht

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