Hungrig oder nicht, ein Besuch der Markthal Rotterdam ist ein Muss

Heather Tucker, Dienstag, 21. Oktober 2014, 5814 Mal gesehen

Hungrig oder nicht, ein Besuch der Markthal Rotterdam ist ein Muss

Nach einer Bauzeit von fünf Jahren wurde die lange erwartete Markthal in Rotterdam am 1. Oktober 2014 von Königin Máxima eröffnet. Der Standort der Markthal ist von historischer Bedeutung. An dieser Stelle wurde Rotterdam im Jahr 1270 gegründet, als ein Deich im Fluss Rotte erbaut wurde; Stadtrechte erhielt Rotterdam erst 1340. Es gibt über und unter der Erde viel zu entdecken, deshalb ist ein Besuch der Markthal wirklich ein Muss.

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Nach einer Bauzeit von fünf Jahren wurde die lang erwartete Markthal Rotterdam am 1. Oktober 2014 von Königin Máxima eröffnet.

Start der Bauarbeiten für die Markthal war der 1. Oktober 2009, und als Einwohner von Rotterdam kann ich bestätigen, dass es jahrelang danach aussah, als ob nichts voran gehen würde. Aber die (meisten) Rotterdamer wussten nicht, dass tatsächlich sehr viel getan wurde.

Der Standort der Markthal ist aus historischer Sicht etwas ganz Besonderes. Genau an der Stelle wurde nämlich Rotterdam im Jahr 1270 gegründet, als im Fluss Rotte ein Deich erbaut wurde; Stadtrechte sollte Rotterdam erst viel später, im Jahr 1340 erhalten. Der Boden ist an dieser Stelle extrem instabil und feucht, deshalb mussten für die Markthal 2.500 schwere Betonpfähle in den Boden getrieben werden, um einen soliden Untergrund zu schaffen.

Auch die enorme Tiefe der Baustelle – 15 Meter – erforderte Zeit und Kreativität. Das Grundwasser, das bereits ab 3 Metern unter Straßenniveau zum Vorschein kam, musste  abgepumpt werden. So war es Archäologen möglich, Funde der ersten Siedlung Rotterdams zu bergen. Um ohne übermäßigen Druck auf Wände und Böden von acht bis fünfzehn Meter in die Tiefe zu bauen, wurde die Baustelle geflutet. GPS-Technologie, Taucher in schweren Tauchanzügen und sehr viel Beton kamen zum Einsatz, um diese Aufgabe zu lösen.

Mit diesem enormen Arbeitsaufwand, der sich ausschließlich für die Bauabschnitte unter der Erde über insgesamt drei Jahre erstreckte, kann man sich vorstellen, wie viel Arbeit noch über der Erde wartete: nicht weniger als acht Restaurants, 228 Appartements, 96 Stände mit frischen Nahrungsmitteln, über 2.500 Türen und 2.000 Tonnen Stahlträger (6.000 weitere unter der Erde).

Hier einige der Highlights, die Sie keinesfalls verpassen dürfen:

Die insgesamt 4.500 Kunstpaneele an den Decken und Seitenwänden der Markthal sind kaum zu übersehen, sie bilden ein Füllhorn. Insgesamt besteht das Bild aus 400.000 Megapixeln. Halten Sie in dem Arrangement aus Obst, Gemüse und anderen frischen Produkten im Bild auch Ausschau nach Insekten, die Teil der Szene sind.

An verschiedenen Eingängen in den Seiten der Markthal finden Sie sechs Licht-Kunstobjekte. Wenn Sie an der richtigen Stelle stehen, bilden die einzelnen Elemente des jeweiligen Kunstwerks ein bekanntes Sinnbild Hollands: Tulpe, Käse usw.

Im Bereich der Aufzüge der Markthal finden Sie eine permanente Ausstellung mit dem Namen De Tijdtrap (Die Zeittreppe). Täglich geöffnet und frei zugänglich finden Sie hier Artefakte, die beim Bau der Markthal ausgegraben wurden. Auf Ihrem Weg 15 Meter tief unter die Erde begeben Sie sich auf eine Art Zeitreise und erfahren, wie die Menschen im mittelalterlichen Rotterdam lebten.

Die Glaswände an beiden Enden der Markthal sind ebenfalls bemerkenswert: sie halten die Besucher nicht nur trocken, sondern weisen bei starkem Wind auch eine Flexibilität von bis zu 70 Zentimetern auf.
Deshalb: hungrig oder nicht, ein Besuch der Markthal Rotterdam ist ein Muss!

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Adresse: 
Ds. Jan Scharpstraat 298
3011GZ Rotterdam

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