Die berühmten Windmühlen von Kinderdijk

Ulrike Grafberger, Freitag, 5. Juli 2013, 5639 Mal gesehen

Die berühmten Windmühlen von Kinderdijk

Meine Reise in die holländische Vergangenheit trete ich auf einem Boot an. Vor der beeindruckenden, in der Sonne glänzenden Skyline des Rotterdamer Maasufers sieht der 100 Jahre alte Dampfer Nehalennia aus wie eine ehrwürdige, alte Lady. Apropos Lady: Mit mir an Bord befindet sich eine fröhlich plappernde Damengruppe. Weil die Sonne scheint, nehmen wir alle an den Tischen auf dem Sonnendeck Platz, bestellen Kaffee und Kuchen – und los geht die Fahrt zu den Kinderdijk-Windmühlen.

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Meine Reise in die holländische Vergangenheit trete ich auf einem Boot an. Vor der beeindruckenden, in der Sonne glänzenden Skyline des Rotterdamer Maasufers sieht der 100 Jahre alte Dampfer Nehalennia aus wie eine ehrwürdige, alte Lady. Apropos Lady: Mit mir an Bord befindet sich eine fröhlich plappernde Damengruppe. Weil die Sonne scheint, nehmen wir alle an den Tischen auf dem Sonnendeck Platz, bestellen Kaffee und Kuchen – und los geht die Fahrt zu den Kinderdijk-Windmühlen.

Unsere Bootsfahrt führt vorbei an Maasboulevard, Wasserturm und Feyenoord Fußballstadion, einer Moschee und mehreren kleinen Hafenbecken. Es geht unter der roten Willemsbrug hindurch und an De Hef, einer alten Hebebrücke, vorbei. Alles Sehenswerte wird uns vom Kapitän auch auf Deutsch erklärt. Und dann – nach einer Stunde Fahrzeit – legen wir am Kinderdijk an. Erst einmal ist von den weltberühmten Windmühlen nichts zu sehen. Doch sobald man den kleinen Deich nach oben geht, stehen sie in aller Würde vor einem: die 19 Windmühlen von Kinderdijk, die links und rechts einen Kanal flankieren.

Erstaunlich gut erhalten sind diese alten Mühlen. Die meisten von ihnen wurden zwischen 1738 und 1740 erbaut. Ihre Aufgabe war es, das Wasser aus der Polderlandschaft in den höher gelegenen Fluss Lek zu pumpen. Nur so konnte das morastige Land nutzbar gemacht werden.

Mehr als hundert Jahre später wurde die Arbeit der Windmühlen vom Wisboomgemaal übernommen, einem mit Dampf angetriebenem Pumpwerk, das ebenfalls am Kinderdijk steht und besichtigt werden kann. Es war damals das größte Dampfpumpwerk Europas. Ob mit Dampf oder Wind – nur dank der regelmäßigen Entwässerung konnten hier am Kinderdijk, das sieben Meter unter dem Meeresspiegel liegt, Tiere und Menschen leben.

Und sie wohnen noch immer am Kinderdijk. Denn die Windmühlen sind – bis auf die Museumsmühle – privat bewohnt. Auch wenn so eine Windmühle von außen beeindruckend groß aussieht – wer mal einen Blick in die Museumsmühle wirft, sieht, auf welch kleinem Raum der Müller mit seiner Familie lebte. Und auch sonst ließ der Komfort zu wünschen übrig: Trinkwasser und Strom gibt es erst seit den 1970er-Jahren. Die nette Mitarbeiterin der Museumsmühle erzählt: „Wir wohnten früher in einer dieser Mühlen. Unser Trinkwasser mussten wir jeden Tag mit dem Boot aus dem Dorf holen.“

Und weil die gut erhaltenen Windmühlen vom Kinderdijk auch ein Symbol für den täglichen Kampf der Niederländer gegen das Wasser sind, wurde das Mühlen-Ensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Übrigens: Die Mühlen sind noch immer funktionstüchtig. Und an windigen Samstagen drehen sie ihre majestätischen Flügel.

• Die Mühlen liegen an einem öffentlichen Weg und können ohne Eintritt besichtigt werden.
• Wer die Museumsmühle und das Dampfpumpwerk besuchen möchte, der bezahlt 6 Euro, Kinder 4 Euro.
• Das Schiff Nehalennia der Reederei Rebus fährt in den Sommermonaten täglich um 10.45 Uhr und 14.15 Uhr von der Boompjeskade in Rotterdam zum Kinderdijk.

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