DOMunder in Utrecht

Ulrike Grafberger, Dienstag, 12. August 2014, 308 Mal gesehen

DOMunder in Utrecht

Wer nach Utrecht kommt, schaut nach oben: Der imposante Domturm ist mit 112 Metern der höchste Kirchturm der Niederlande und Wahrzeichen der Stadt. Wo man in der Utrechter Innenstadt auch ist – den Domturm sieht man immer.

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Wer nach Utrecht kommt, schaut nach oben: Der imposante Domturm ist mit 112 Metern der höchste Kirchturm der Niederlande und Wahrzeichen der Stadt. Wo man in der Utrechter Innenstadt auch ist – den Domturm sieht man immer.

Anna van Kooij

Doch wer hat schon mal einen Blick nach unten geworfen? Und mit „unten“ meine ich nicht die huckeligen Pflastersteine des Domplatzes, sondern noch tiefer: die Unterwelt von Utrecht. Seit Juni 2014 ist diese für die Öffentlichkeit zugänglich. Und dort ist einiges zu entdecken. Denn an keinem anderen Ort der Niederlande gibt es so viele Zeugnisse aus so vielen Epochen wie unter dem Domplatz. Ich schließe mich also einer Führung an – „Dom under“ heißt die Devise.

Doch bevor es über ein paar Stufen unter die Erdoberfläche geht, beginnt die Führung mit einem Film über diesen historischen Ort. Denn hier auf dem Domplatz stand im Jahr 45 n. Chr. ein römisches Fort, dessen Überreste noch heute zu sehen sind, und zwar direkt im unterirdischen Filmsaal.

Nach den Römern errichteten die Christen an dieser Stelle erst kleinere Kirchbauten und später ein mächtiges Gotteshaus, dessen Langhaus im Jahr 1674 von einem verheerenden Sturm zum Einsturz gebracht wurde. Daher sind heute Domturm und die Überreste des Kirchengebäudes voneinander getrennt. Dazwischen liegt der Domplatz, unter dem sich nicht nur die Trümmer der Kathedrale verbergen, sondern viele weitere Geheimnisse ... wer sie entdecken möchte, muss DOMunder besuchen.

Unter der Erde ist es dunkel. Nur der Fußweg durch die jahrhundertealten Steinmauern, Gerölreste und Fundstücke ist beleuchtet. Lichtblicke liefert eine „schlaue Taschenlampe“. Leuchtet man damit auf eine bestimmte Stelle, dann beginnt sie zu dem jeweiligen Fundstück eine Geschichte zu erzählen. Und so geht meine Reise unter Tage vorbei an den gewaltigen Pfeilerfundamenten des Doms, zwischen denen sich römische Ziegel türmen. Auf einem dieser Ziegel entdecke ich Hundespuren. Ob römische Hunde wohl genauso aussahen wie unsere vierbeinigen Freunde heute? Und es gibt noch mehr zu entdecken: frühmittelalterliche Münzen, römische Fibeln, Überreste eines römischen Weges und sogar ein komplett erhaltenes Skelett.

Doch vielleicht verbergen sich hier unter der Erde, unter den Trümmern des eingestürzten Doms, noch viel mehr Geheimnisse? Wir werden es erfahren. Denn während wir mit unserer ultramodernen, interaktiven Taschenlampe die 2000-jährige Geschichte Utrechts beleuchten, graben die Archäologen neben uns fleißig weiter. Die Zukunft wird zeigen, was die Vergangenheit noch alles für uns bereithält.

Info:

DOMunder, Domplein 4, Utrecht, Führungen (auch in Deutsch) dienstags bis sonntags zwischen 11 und 16 Uhr, Dauer der Entdeckungstour: 75 Minuten.

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