Ein Tag auf dem Wasser

Ulrike Grafberger, Freitag, 31. Mai 2013, 732 Mal gesehen

Ein Tag auf dem Wasser

Als Süddeutsche bin ich eher der Binnengewässertyp. Versteht mich nicht falsch. Ich mag das Meer, das Möwengekreische, die salzige Luft, den Geruch von Watt. Aber all das nur, wenn meine Füße auf festem Grund bleiben. Auf einer Kufe stehende Katamarane und windschiefe Segelboote sind nichts für mich. Zumindest nicht, wenn ich an Bord bin.

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Als Süddeutsche bin ich eher der Binnengewässertyp. Versteht mich nicht falsch. Ich mag das Meer, das Möwengekreische, die salzige Luft, den Geruch von Watt. Aber all das nur, wenn meine Füße auf festem Grund bleiben. Auf einer Kufe stehende Katamarane und windschiefe Segelboote sind nichts für mich. Zumindest nicht, wenn ich an Bord bin.

Aber das Gute an Holland ist, dass es neben dem windigen und welligen Meer auch noch unzählige andere Gewässer gibt. Und dort begebe ich mich gerne aufs Wasser. Auf einen See, einen Fluss, eine Gracht. Und mein Lieblingsfahrzeug für solche Ausflüge ist: eine sloep, auf Deutsch Schaluppe. Das ist ein absolut bequemes, weil mit Bänken und Sitzkissen ausgestattetes, und noch dazu schickes Holzboot, das sich erhaben über jegliche Wellen hinwegsetzt. Eine sloep wird von einem Dieselmotor angetrieben, per Steuerrad gelenkt, und manchmal gibt es noch ein kleines, hochklappbares Dach. Doch in einer sloep fährt man sowieso nur bei gutem Wetter. Also genau mein Ding.

In meinen Augen ist dies das absolute Holland-Gefühl: An einem sonnigen Tag einen Picknickkorb und eine Flasche Wein mitnehmen, eine sloep mieten und dann durch die Gegend tuckern. Mein absolutes Schaluppen-Highlight war ein Ausflug mit Freunden über ein Teilstück des Flusses Vecht in der Nähe von Utrecht. Die Vecht führt an prachtvollen Villen und Landhäusern vorbei, deren Gärten am Wasser voller Hortensien und Buchsbäumen stehen. Und natürlich haben die Besitzer solcher herrschaftlicher Häuser auch eine sloep, die an ihrem eigenen Bootssteg liegt.

So sitzt man dann in seiner sloep, mit einem Glas Rosé in der Hand, und lässt die Landschaft an sich vorbeiziehen. Man tuckert durch die Polder, an niedlichen Hollandhäusern und Windmühlen vorbei, sieht Kühe und Schafe, hält zwischendurch mal in einem Dorf an und erkundet die Gegend. Dann geht es weiter über Seenplatten wie die Loosdrechtse Plassen, auf denen an warmen Sommertagen schwer was los ist. Dann ist fast jeder Holländer irgendwie auf dem Wasser: Kinder paddeln in Schlauchbooten, Sportliche sind mit dem Kanu oder Segelboot unterwegs, die Reichen mit ihren Yachten, und zwischendurch zieht auch mal ein Eisverkäufer per Boot oder sogar ein Wohnwagen auf einem Ponton an einem vorbei. Ein Tag auf dem Wasser - etwas Besseres kann einem im Sommer nicht passieren.

Wie können Sie nun selber in den Genuss einer Sloepfahrt kommen? Typische Fahrgebiete in Südholland sind – wie gesagt – der Fluss Vecht und die Kagerplassen bei Leiden, eine Seenlandschaft, von der aus man mit dem Boot mitten in die Stadt Leiden fahren kann. In Friesland gibt es massenhaft Bootsverleihstationen, z.B. am Slotermeer und am Heegermeer (ein „meer“ ist in Niederländisch übrigens ein See). Auch in Almere und Amsterdam können Sie eine sloep mieten. Es gibt sloepen in allen Größen – von 5 bis 40 Personen. Und das Beste ist: Um eine sloep zu mieten, braucht man keinen Bootsführerschein. Der Preis liegt bei 150 bis 300 Euro per Tag.

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