Frans Hals Museum in Haarlem

Ulrike Grafberger, Dienstag, 5. März 2013, 1374 Mal gesehen

Frans Hals Museum in Haarlem

Ein Museumsbesuch ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Doch beim Frans Hals Museum in Haarlem kann man seine Meinung ruhig einmal ändern. Warum? Es gibt ein paar gute Gründe ... Zum einen gehört Haarlem zu den schönsten Städten Hollands. Charakteristische Grachtenhäuser, weiße Zugbrücken und ein geselliger Marktplatz – allein das ist schon einen Besuch wert. Zum anderen ist die Straße, in der das Frans Hals Museum liegt, wirklich eine Augenweide. Kleine Backstein-Giebelhäuser mit idyllischen Innenhöfen geben einen guten Einblick, wie man vor Hunderten von Jahren in Haarlem lebte. Ich würde glatt umziehen. Und der Straßenname ist auch nicht zu verachten. Wer kann schon von sich behaupten, im Groot Heiligland zu wohnen? Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben.

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Ein Museumsbesuch ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Doch beim Frans Hals Museum in Haarlem kann man seine Meinung ruhig einmal ändern. Warum? Es gibt ein paar gute Gründe ...

Zum einen gehört Haarlem zu den schönsten Städten Hollands. Charakteristische Grachtenhäuser, weiße Zugbrücken und ein geselliger Marktplatz – allein das ist schon einen Besuch wert. Zum anderen ist die Straße, in der das Frans Hals Museum liegt, wirklich eine Augenweide. Kleine Backstein-Giebelhäuser mit idyllischen Innenhöfen geben einen guten Einblick, wie man vor Hunderten von Jahren in Haarlem lebte. Ich würde glatt umziehen. Und der Straßenname ist auch nicht zu verachten. Wer kann schon von sich behaupten, im Groot Heiligland zu wohnen? Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben.

Alte Männer im heiligen Land

Doch zurück zum Frans Hals Museum. Das befindet sich nicht nur im Groot Heiligland, sondern auch noch in einem historischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, und zwar im Oudemannenhuis. Das war im 17. und 18. Jahrhundert das Altersheim für ältere Herren. Und die haben dort nicht schlecht gelebt. Allein der grüne Innenhof war der ideale Treffpunkt zum Pfeife rauchen, Bierchen trinken (aber mehr als zwei Biere waren laut Heimordnung nicht erlaubt) oder plaudern. Frauen waren übrigens in einem anderen Gebäude untergebracht.

Erst dachte man, Frans Hals wäre in seinen fortgeschrittenen Jahren ebenfalls ein Bewohner des Männer-Altersheims gewesen, schließlich gehören die monumentalen Porträts der Regenten und Regentessen vom Oudemannehuis zu seinen bekanntesten Werken. Doch dem war nicht so. Es war einfach der Zeitgeist, dass Maler die Schönen und Reichen der Stadt portraitierten. Und die gab es in Haarlem zuhauf.

Der Promi-Maler

So hängen im Frans Hals Museum nicht nur die Chefs und Chefinnen des damaligen Altersheimes, abgebildet auf monumentalen Leinwänden, sondern auch weitere Promis aus dem Goldenen Zeitalter, das Haarlem besonders viel Wohlstand einbrachte. Zu den berühmtesten Malereien von Frans Hals gehören die – ebenfalls riesengroßen – Offiziere der Haarlemer Schützengilde. Auf fünf Gemälden verewigte Frans Hals insgesamt 68 Offiziere und Unteroffiziere. Jeder dieser schwarz gekleideten Männer mit weißer Halskrause musste ein paar Gulden bezahlen, damit er mit aufs Bild durfte. Auf einem der Gemälde hat sich Frans Hals übrigens mit verewigt.

Diese Gulden konnte Frans Hals auch gut gebrauchen, denn er hatte insgesamt vierzehn Kindern von zwei Frauen, was ihm einen chronischen Geldmangel bescherte. Seine Bedeutung als einer der berühmtesten Maler der Niederlande – zu sehen auf einer Stufe mit Rembrandt und Vermeer – wurde erst lange nach seinem Tod erkannt. Er war zwar schon zu Lebzeiten bekannt, aber immer pleite. Ob er sich die Köstlichkeiten, die schon im 17. Jahrhundert in den besseren Kreisen aufgetischt wurden, leisten konnte? Die Bilder im Frans Hals Museum geben einen guten Eindruck von den damaligen Lebensumständen während des Goldenen Zeitalters: Zinnkrüge, Oliven, gereifter Goudakäse, geräucherte Heringe und Austern. Kein schlechtes Leben in der High Society.

Wilder Strich und großes Vorbild

Aufgrund seines kraftvollen, mutigen Pinselstrichs wird Frans Hals als erster „moderner Künstler“ gefeiert. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, die feinsäuberlich den Strich setzten, malte Frans Hals (1582 bis 1666) mit einem lebendigen und freien Stil. Es scheint fast so, als ob die Personen in Bewegung seien.
Dieser außergewöhnliche Malstil sprach sich herum und noch Hunderte von Jahren später reisten Claude Monet und Eduard Manet extra nach Haarlem, um sich die Gemälde von Frans Hals anzusehen. Wenn sich schon die französischen Maler nach Haarlem aufmachten, dann gibt es doch eigentlich keine Ausrede mehr, um nicht selbst mal in Haarlem und im Frans Hals Museum vorbeizuschauen ...

Besuchsadresse:
Frans Hals Museum, Groot Heiligland 62, Haarlem



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