Handarbeit ist hip

Elleke van Duin, Montag, 2. Februar 2015, 378 Mal gesehen

Handarbeit ist hip

Stricken, Häkeln, Sticken: was früher als praktischer und eher altmodischer Zeitvertreib galt, ist mittlerweile ein schickes Hobby für Jedermann. Handarbeit ist traditionell, original und äußerst künstlerisch!

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Die Holländer sind ein fleißiges Völkchen. Bevor das Fernsehen erfunden wurde, wurde viel gestrickt, gehäkelt und gestickt. Das war nicht nur unterhaltsam, sondern auch noch nützlich, denn ehe man sichs versah, hatte man einen Topflappen oder ein Paar Socken. In den 70ern war es Mode, als Reaktion auf die Industrialisierung seine eigene Identität in die Inneneinrichtung einfließen zu lassen. So gab es viel Makramee: als Pflanzenhänger, Kunst an der Wand und Einkaufstaschen. Teppiche wurden geknüpft und Tagesdecken gehäkelt. Ein gemütliches Heim war ‚in‘.

Von dem Moment an als Caroline Evers (48) in der Schule Stricken lernte, war sie süchtig. Mittlerweile hat sie ihr eigenes Label, Bedtime for Bonzo, bestehend aus gestrickten Kleidungsstücken, Kleiderbügeln und Möbeln. Etwas ganz Besonderes sind ihre Vintage Designer-Stühle, die sie neu aufpolstert, und zwar mit selbstgemachten hölzernen Stricknadeln von über einem Meter Länge. „Ich liebe Handarbeit. Man beginnt mit nichts und nach kürzester Zeit entsteht plötzlich eine Form. Einfach faszinierend.“

Die Kreationen von Evers sind so beliebt, dass sie mittlerweile ihr eigenes Zimmer im Hotel Modez in Arnheim hat, voll von gestrickten weißen Gegenständen. Die Künstlerin Martine van der Hul wurde ebenfalls eingeladen ein Zimmer im Modez zu gestalten. Ihre gestickten Brautaccessoires werden auch für Wände, Vorhänge und Tagesdecken verwendet.

Leoniek Bontje arbeitet dagegen mit Draht. Sie gestaltet T-Shirts mit modischen Draht-Prints und Portraits aus Draht. Originell und modisch! Stehen Sie eher auf funktionelle Handarbeit? STERK-design verkauft Netz-Pflanzenhänger aus witterungsbeständigem Nylon für Drinnen und Draußen.

Aber für wirklich gute alte holländische Handarbeit müssen Sie beim Frauenverein Tesselschade-Arbeid Adelt (TAA, seit 1871) sein, mit 31 Zweigstellen im ganzen Land. Diese Organisation verkauft Handwerkskunst von 450 Handarbeiterinnen. Sie produzieren Teewärmer, Kinderkleidung, Lavendelsäckchen, Gästehandtücher und Ofenhandschuhe. Ein Teil der Einnahmen geht an Frauen mit finanziellen Problemen, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen und wirtschaftlich unabhängig zu werden. Sie unterstützen damit nicht nur einen guten Zweck, sondern halten auch noch traditionelle Handarbeit-Techniken am Leben. Altmodisch? Absolut nicht. Prinzessin Máxima kauft dort regelmäßig Kleidungsstücke für ihre Töchter. Und alles was sie trägt, wird sofort ein Hit. Denken Sie nur an die holländische Postsack-Jacke vom Designer Jan Taminiau. Handarbeit ist nicht nur traditionell, nachhaltig, originell und umweltfreundlich, sondern tatsächlich auch noch absolut hip.

Bedtime For Bonzo, Klarendalseweg 183, Arnhem
Hotel Modez, Elly Lamakerplantsoen 4, Arnhem
Sterk Design finden Sie in Loods 5, Pieter Ghijsenlaan 14B, Zaandam
Tesselschade-Arbeid Adelt Amsterdam, Leidseplein 33, Amsterdam

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