Land der Zukunft: 2. Maasvlakte

Ulrike Grafberger, Mittwoch, 29. Mai 2013, 606 Mal gesehen

Land der Zukunft: 2. Maasvlakte

Das Navigationssystem zeigt eine blaue Fläche, die Straße liegt weit hinter uns. Wir fahren durchs Meer. So ganz unrecht hat der kleine Kasten nicht. Vor ein, zwei Jahren schwammen hier noch Fische. Heute erhebt sich eine weite, sandige und größtenteils noch unbebaute Ebene aus dem Meer, deren Existenz dem Navigationssystem unbekannt ist: die 2. Maasvlakte. Sie grenzt – wie der Name bereits andeutet – an die 1. Maasvlakte und ist ein immens großer Teilbereich des Rotterdamer Hafens, der wiederum der größte Containerhafen Europas ist. Und wenn wir schon bei den Superlativen sind: In Zukunft sollen hier die größten Containerschiffe der Welt anlegen.

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Das Navigationssystem zeigt eine blaue Fläche, die Straße liegt weit hinter uns. Wir fahren durchs Meer. So ganz unrecht hat der kleine Kasten nicht. Vor ein, zwei Jahren schwammen hier noch Fische. Heute erhebt sich eine weite, sandige und größtenteils noch unbebaute Ebene aus dem Meer, deren Existenz dem Navigationssystem unbekannt ist: die 2. Maasvlakte. Sie grenzt – wie der Name bereits andeutet – an die 1. Maasvlakte und ist ein immens großer Teilbereich des Rotterdamer Hafens, der wiederum der größte Containerhafen Europas ist. Und wenn wir schon bei den Superlativen sind: In Zukunft sollen hier die größten Containerschiffe der Welt anlegen.

Diese Riesen der Meere werden in Hafenbecken einfahren, die nach den niederländischen Prinzessinnen Ariane und Alexia sowie ihrer Schwester, der Thronfolgerin Amalia, benannt sind – den Töchtern von König Willem-Alexander und Königin Máxima. Doch die glamouröse Ausstrahlung, die man in der Regel mit Königshäusern verbindet, fehlt der 2. Maasvlakte. Rauchende Schornsteine, Raffinerien und Fabrikgebäude erheben sich am Horizont, das Kreischen der Möwen und das Hupen der Schiffe klingt in den Ohren, die Luft schmeckt nach Salz. Um uns herum sind Baggerschiffe und Bauarbeiter damit beschäftigt, ein gigantisches Großprojekt aus dem Boden bzw. dem Meer zu stampfen. Mittendrin in dieser unbebauten Wüstenlandschaft steht ein einladendes Gebäude: das Maasvlakte-Informationszentrum FutureLand. Der Eintritt ist frei, die Infos gibt es in Niederländisch und Englisch (auf Anfrage auch in Deutsch), es werden Filme gezeigt, und man kann sogar spielerisch Containerschiffe be- und entladen.

Damit wir genau nachvollziehen können, was derzeit auf der 2. Maasvlakte vor sich geht, buchen wir eine Bootsrundfahrt. In der gemütlichen, beheizten Kabine erzählt uns ein engagierter Student der Technischen Universität Delft von Kaden und Containern, Baggern und Booten, Kubikmetern und Küstenschutz. Ich schaue nach draußen: Außer ein paar Sandhaufen und Kaianlagen sehe ich nichts. Doch die Männer um mich herum nicken interessiert. „Zur naturnahen Küstenbefestigung eignet sich gröberer Sand, bei dem zur Aufspülung neuer Gewerbeflächen verwendeten Sand ist die Korngröße weniger relevant.“ Alles klar.

Dass hier ein Projekt von gigantischen Dimensionen im Aufbau ist und die Holländer das machen, was sie am besten können, und zwar neues Land dem Meer abringen - das habe auch ich verstanden. Auf der 2. Maasvlakte wurden 2.000 Hektar Neuland geschaffen, bestehend aus Hafenbecken, Gewerbeflächen, Schienen und Straßen. Und das alles wohlgemerkt dort, wo vor ein paar Jahren noch Wasser war. Im Jahr 2008 begannen die ersten Schleppsaugbagger damit, zehn Kilometer vor der Küste Sand aus dem Meer zu saugen. An der 2. Maasvlakte wurde der Sand dann wieder ausgespukt. Erst ein Jahr später, also 2009, erschien das erste Neuland an der Wasseroberfläche. Dann dauerte er noch einmal ein paar Jahre, bis die ersten Straßen und Schienen auf dem Land errichtet werden konnten. Bis dahin wurden 365 Millionen Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Im nächsten Jahr werden die ersten Containerschiffe anlegen, und erst 2033 wird die 2. Maasvlakte vollständig in Gebrauch sein.

Und nun zum weniger technischen Teil unseres Ausflugs: An der Maasvlakte erstreckt sich ein wunderschöner, acht Kilometer langer Sandstrand zum Sonnen, Spazierengehen und Sandburgenbauen. Und am angrenzenden Slufterstrand kann man prima Kitesurfen. Die Korngröße des Sandes ist mir jetzt vollkommen egal.

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