Muiderslot

Ulrike Grafberger, Dienstag, 5. März 2013, 634 Mal gesehen

Muiderslot

Heute steht ein Ausflug zum Muiderslot, einer Wasserburg südöstlich von Amsterdam, auf dem Programm. Und wie es sich für eine echte Wasserburg gehört, gibt es einen ansehnlichen Burggraben, eine Zugbrücke und hohe Mauern. Betritt man das Burggelände, erinnert nicht nur das alte Gemäuer ans Mittelalter, sondern auch die ganze Szenerie drum herum: Hier sitzen Bauersfrauen in schweren Leinengewändern und bereiten das Essen, dort patrouillieren Ritter – bewaffnet mit Lanzen, Schwert und Schild. Wie heißt es immer so schön: Geschichte zum Anfassen.

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Heute steht ein Ausflug zum Muiderslot, einer Wasserburg südöstlich von Amsterdam, auf dem Programm. Und wie es sich für eine echte Wasserburg gehört, gibt es einen ansehnlichen Burggraben, eine Zugbrücke und hohe Mauern.

Betritt man das Burggelände, erinnert nicht nur das alte Gemäuer ans Mittelalter, sondern auch die ganze Szenerie drum herum: Hier sitzen Bauersfrauen in schweren Leinengewändern und bereiten das Essen, dort patrouillieren Ritter – bewaffnet mit Lanzen, Schwert und Schild. Wie heißt es immer so schön: Geschichte zum Anfassen.

Eine stattliche Wasserburg

Über die Zugbrücke gelangt man in den Burghof, der von 1,5 Meter dicken Mauern und vier runden Wachtürmen umgeben ist. Diese stattliche Festung war auch notwendig, denn das Muiderslot war eine wichtige Verteidigungsanlage. Graf Floris ließ das Muiderslot im Jahr 1285 dort erbauen, wo der Fluss Vecht in die Zuiderzee, das heutige Ijsselmeer, mündet. Um sich ein bisschen Geld dazuzuverdienen, legte er eine Kette über den Fluss. Wer also über den Fluss Vecht mit dem Schiff nach Amsterdam wollte, der musste dem guten Floris erst einmal Zoll bezahlen, damit er die Kette wegholte und die Schiffe passieren ließ.
Floris V. war nicht nur clever, sondern auch gutherzig. Er rief einen eigenen Ritterorden ins Leben und verhalf vielen einfachen Leuten in den Ritterstand, was ihm den Beinamen "Der keerlen god", der "Gott der armen Kerle", einbrachte. Nach seinem Tod verfiel das Muiderslot zeitweise, wurde wieder aufgebaut und war lange Zeit Wohnsitz und Treffpunkt diverser niederländischer Dichter wie Jacob Cats, Joost van den Vondel und Pieter Corneliszoon Hooft. Letzterer – auch der "niederländische Shakespeare" genannt – scharte im Muiderslot viele Gelehrte um sich und war wohl neben Floris der berühmteste Burgbewohner. Im 18. und 19. Jahrhundert diente das Muiderslot als Kaserne und heute ist es eines der beliebtesten Ausflugsziele Hollands.

Und was gibt’s im Muiderslot zu sehen?

Wir hatten uns einer Führung angeschlossen, aber man kann das Schloss auch sehr gut auf eigene Faust erkunden, da ausführliche Informationen auf den jeweiligen Rundgängen angeboten werden. So gibt es eine Ritterroute, die in den Westturm und in die Kemenate führt. Dort kann man selbst in ein mittelalterliches Kostüm schlüpfen und Ritter oder Burgfräulein spielen. Den Fotoapparat also nicht vergessen! Weiter geht’s zum Waffensaal, wo Schwerter, Hellebarden und Rüstungen ausgestellt sind. Auch hier gilt wieder das für niederländische Museen typische Motto: entdecken und ausprobieren! Also: Rauf aufs Holzpferd und im Reitturnier gegen Papa antreten. Der Gewinner wird in der Jagdkammer zum Ritter geschlagen. Wer die Turmroute nimmt, der entdeckt die anderen drei Türme und erfährt dabei so einiges über die Geschichte des Muiderslots.

Burgfräuleins und Nachwuchs-Ritter willkommen

Ist das Muiderslot für Erwachsene schon ein Erlebnis, so ist es für Kinder ein wahres Abenteuer. Was haben die Ritter gegessen, wie haben sie geschlafen und wie gekämpft? All das erfährt man im Muiderslot. Und noch besser: Man kann viel selber machen – verkleiden, spielen, ausprobieren. Und wenn man Glück hat, trifft man die Zauberfrau in ihrem Zelt. Der erzählt man dann seine großen und kleinen Sorgen, zum Beispiel den Ärger mit dem besten Kumpel. Die Zauberfrau packt das Problem in ein Säckchen, fügt ein paar Kräuter hinzu, verschließt das Säckchen und gibt es dem kleinen Streithannes wieder zurück. Wetten, dass der Ärger schnell wieder vergessen ist?

Raubvögel und Heilkräuter

Wer das Muiderslot im Sommer besucht, der erlebt den Schlossgarten in seiner ganzen Pracht. So wie es im 17. Jahrhundert üblich war, teilt sich der Garten in einen Nutz- und in einen Ziergarten. Gemüsesorten aus alten Zeiten und Kräuter zum Heilen und Färben stehen neben Tomaten, Kürbissen und Kohlsorten. Schatten spendet der Wandelgang unter Bäumen, umringt von duftenden Blumen. In den Sommermonaten ist auch der Falkner im Muiderslot aktiv. Am Mittwoch- und Samstagnachmittag werden dann Flugshows mit den Raubvögeln veranstaltet. Für uns heißt das: Wir müssen im Sommer noch mal zurückkommen, um den nächsten Ärger ins Problemsäckchen zu stopfen und den Falken beim Fliegen zuzusehen.

Übrigens: Wer Hunger und Durst bekommt, der kann sich in der Burgtaverne oder auf der Terrasse im Burghof stärken.

Muiderslot, Herengracht 1, Muiden, südöstlich von Amsterdam

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