Museum der Landschaften: die Hoge Veluwe

Ulrike Grafberger, Montag, 17. Juni 2013, 234 Mal gesehen

Museum der Landschaften: die Hoge Veluwe

Der Nationalpark Hoge Veluwe ist nicht nur ein wunderschönes, sondern auch ein sehr typisches Stück Holland. Denn wie sollte man sonst einen holländischen Nationalpark durchkreuzen als – Sie erraten es sicher – mit dem Fahrrad. Rund 1.700 Fahrräder stehen an den Eingängen des Nationalparks und können gratis genutzt werden.

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Der Nationalpark Hoge Veluwe ist nicht nur ein wunderschönes, sondern auch ein sehr typisches Stück Holland. Denn wie sollte man sonst einen holländischen Nationalpark durchkreuzen als – Sie erraten es sicher – mit dem Fahrrad. Rund 1.700 Fahrräder stehen an den Eingängen des Nationalparks und können gratis genutzt werden.

Wir schnappen uns also ein Rad und fahren los. Über das bestens ausgebaute und asphaltierte Radwegenetz (insgesamt 43 km) geht es durch den nach Harz und Moos duftenden Wald, dem Zuhause vieler Wildtiere. Und plötzlich liegt vor uns eine Flugsandwüste, aus der vereinzelt ein vertrocknetes Baumgerippe emporragt. Wir fahren weiter zu den Moorflächen der Feuchtheide, die wiederum in Trockenheide übergeht und in der sich im August die Heideteppiche bis zum Horizont ausdehnen. Der Nationalpark Hoge Veluwe ist dank seiner vielfältigen Landschaftsformen wahrlich ein Museum der Landschaften.

Doch im Zentrum des Parks gibt es auch ein echtes Museum: das Museum Kröller Müller. Wie passt das nun zusammen, ein Nationalpark und ein Kunstmuseum mit moderner Kunst? Die Geschichte führt uns zurück zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts: Anton Kröller war ein reicher Unternehmer, der in seiner Freizeit gerne zum Jagen ging, und deshalb ein Stück Jagdland nach dem anderen kaufte. Inmitten der Ländereien baute er sich ein Jagdhaus. Seine Frau Helene dagegen war leidenschaftliche Kunstsammlerin und investierte das Geld ihres Mannes in Kunst. Sage und schreibe 11.500 Kunstwerke erwarb Helene Kröller Müller im Laufe ihres Lebens. Für „ein paar Gulden“ erwarb sie viele Werke von dem damals noch unbekannten Van Gogh und legte damit den Grundstein für die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt. Dem Ehepaar Kröller Müller haben wir es also zu verdanken, dass es diesen fantastischen Nationalpark mit dem beeindruckenden Kröller Müller Museum in seinem Zentrum gibt. Ob Museumfan oder nicht: Das Kröller Müller Museum umfasst bedeutende Werke von u.a. Monet, Picasso, Mondrian, Renoir sowie einen riesengroßen Skulpturengarten, der nicht nur Kunst-, sondern auch Naturfreunde begeistern wird. Ein Besuch kann also jedem ans Herz gelegt werden.

Und was gibt es sonst noch im Nationalpark Hoge Veluwe zu entdecken? Beim Jagdhaus Sint Hubertus trifft man sich in schönster Atmosphäre zu Kaffee und Kuchen. Wer sich für Flora, Fauna und die Entstehung des Nationalparks Hoge Veluwe interessiert, der erfährt im Museum namens Museonder alles Wissenswerte über die Pflanzen und Tiere über und unter der Erdoberfläche.  Kunstfreunde und solche, die es werden möchten, sollten – wie gesagt – das Museum Kröller Müller besuchen. Und hier noch ein Tipp: Auf allen Gratis-Fahrrädern gibt es Kindersitze. Wenn Sie keine Kinder darauf transportieren, bleibt genügend Platz, um einen Picknick-Korb und eine Decke mitzunehmen. Und dann suchen Sie sich im Museum der Landschaften einfach einen Platz aus: Frühstücken Sie in der Wüste, essen Sie in der Heide zu Mittag und treffen Sie sich zum Dämmerschoppen mit den Rehen im Wald. Im Nationalpark Hoge Veluwe finden Sie auf 5.000 Hektar sicher Ihren Lieblingsort.

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