Schöner shoppen in Amsterdam: die 9 Straatjes

Ulrike Grafberger, Montag, 22. April 2013, 2777 Mal gesehen

Schöner shoppen in Amsterdam: die 9 Straatjes

9 Straatjes. Das sind 9 schmale Straßen, genau genommen 3 x 3 Gassen, die als Querstraßen die Prinsengracht mit der Keizers- und der Herengracht verbinden. Wohnten früher die reichen Kaufmannsleute an den Grachten, so ließen sich die Handwerker in den schmaleren und dunkleren Querstraßen nieder. Die Häuser sind dementsprechend kleiner, aber nicht minder schön. Recht einheitlich ist zudem das Straßenbild: Ein zauberhaftes Haus aus dem 17. Jahrhundert reiht sich an das andere. In den 9 Straatjes stehen die für Amsterdam so typischen Backsteingebäude mit ihren Glocken- oder Treppengiebeln und dem Haken für den Flaschenzug, um schwere Güter in die oberen Etagen zu befördern.

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9 Straatjes. Das sind 9 schmale Straßen, genau genommen 3 x 3 Gassen, die als Querstraßen die Prinsengracht mit der Keizers- und der Herengracht verbinden. Wohnten früher die reichen Kaufmannsleute an den Grachten, so ließen sich die Handwerker in den schmaleren und dunkleren Querstraßen nieder. Die Häuser sind dementsprechend kleiner, aber nicht minder schön. Recht einheitlich ist zudem das Straßenbild: Ein zauberhaftes Haus aus dem 17. Jahrhundert reiht sich an das andere. In den 9 Straatjes stehen die für Amsterdam so typischen Backsteingebäude mit ihren Glocken- oder Treppengiebeln und dem Haken für den Flaschenzug, um schwere Güter in die oberen Etagen zu befördern.

Eine Bühne für das Kunsthandwerk

Handwerker bzw. Kunsthandwerker findet man noch immer in den 9 Straatjes - so wie Corien. Sie arbeitet in einer Kombination aus Töpferei und Verkaufsraum, die – wie so vieles in den 9 Straatjes – ein Mini-Format hat. In ihrem Kleikollektief (Ton-Kollektiv) bietet sie ihre eigenen Werke und die anderer Künstler an. Sie erzählt: "Ich bin mit meiner Töpferei schon seit 35 Jahren in den 9 Straatjes. Früher war das hier eine etwas heruntergekommene Gegend, seit ungefähr zehn Jahren aber wird sie immer schicker. Schau mal, wer gegenüber ein Geschäft eröffnet." Ich drehe mich um: Karl Lagerfeld.

Fast genauso lange hat Eddy Varenkamp sein Atelier in der Hartenstraat. Eddy und Corien haben schon so manches künstlerische Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt. Auch er ist noch einer von der alten Garde: Seine Visitenkarten druckt er noch selbst mit einer uralten, pedalangetriebenen Druckerpresse. Eddys Drucke und Bilder zeigen Szenen aus den 9 Straatjes und der Gegend rund herum: die Grachten, ein Rundfahrtboot, die Westerkerk, spielende Kinder – Werke, die so idyllisch sind wie das ganze Viertel.

Weiße Zähne und bunte Taschen

Ich laufe weiter durch die 9 Straatjes. Und ich freue mich. Freue mich, dass es hier weder McDonald noch H&M gibt. Freue mich über viel Individualität und noch mehr Selbstgemachtes. So wie bei Jan in der Wolvenstraat. Dort wird das verkauft, was den Laden-Eigentümern persönlich gefällt: coole Baby-Strampler, Leder-Sandalen, Gießkannen, Taschen, Bücher – einfach alles, was irgendwie nett und ausgefallen ist. Man nennt es heutzutage Concept Store. Ebenfalls ein gutes Konzept, aber dann ein ganz anderes steckt hinter den Super-Spezialgeschäften. So hat der Witte-Tandenwinkel in der Runstraat alles gegen Karies und vieles für weiße Zähne, während De Kaaskamer ein paar Häuser weiter zwischen 300 und 400 Käsesorten verkauft.

In den 9 Straatjes findet also jeder "sein" Geschäft. Für Kinder gibt es die ausgefallensten Spielzeugläden, für Hungrige schöne Cafés wie das Van Harte in der Hartenstraat und natürlich werden auch Fashion-Victims glücklich: Taschen designed in Amsterdam und made in Italy gibt es beispielsweise bei Hester van Eeghen in der Hartenstraat. Ebenfalls in der Hartenstraat liegt Exota von Ann & George. Sie begannen im Jahr 1981 damit, Secondhand-Kleidung auf dem Amsterdamer Noordermarkt zu verkaufen. Später öffneten sie ihren eigenen Laden und gründeten das Label King Louie.

So verstecken sich hinter vielen Schaufenstern und Türen in den 9 Straatjes neben einmaligen Dingen auch wunderbare Geschichten. Doch auch hier bleibt die Zeit leider nicht stehen. Wie lange die Alteingesessenen noch bleiben können und möchten, ist ungewiss. Denn: Yves Saint Laurent ist schon da, Karl ist im Anmarsch, und bestimmt folgt ihnen auch bald Zara.

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