Sprechende Mauern

Ulrike Grafberger, Freitag, 10. Januar 2014, 340 Mal gesehen

Sprechende Mauern

Was verbindet den amerikanischen Präsidenten Barack Obama mit der niederländischen Stadt Leiden? Es sind die Pilgerväter, in Englisch Pilgrim Fathers. Barack Obama ist ein Nachfahre der Familie Blossom, die Anfang des 17. Jahrhunderts aus religiösen Gründen von England ins holländische Leiden floh. Leiden war damals als sehr tolerante Stadt bekannt, weshalb sie vielen religiösen Flüchtlingen wie den Pilgervätern, Hugenotten und Mennoniten als Zufluchtsort diente.

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Was verbindet den amerikanischen Präsidenten Barack Obama mit der niederländischen Stadt Leiden? Es sind die Pilgerväter, in Englisch Pilgrim Fathers. Barack Obama ist ein Nachfahre der Familie Blossom, die Anfang des 17. Jahrhunderts aus religiösen Gründen von England ins holländische Leiden floh. Leiden war damals als sehr tolerante Stadt bekannt, weshalb sie vielen religiösen Flüchtlingen wie den Pilgervätern, Hugenotten und Mennoniten als Zufluchtsort diente.

Einen Hinweis auf die aus England geflohenen Pilgerväter geben die Gedenktafeln auf der beeindruckenden Sint Pieterskerk. Sie erinnern unter anderem an John Robinson, den geistigen Führer der Pilgrim Fathers. Er blieb nicht allzu lange in Leiden und setzte 1620 mit der Mayflower nach Amerika über, wo er zu den ersten europäischen Siedlern zählte. Die Familie Blossom - und damit die Vorfahren von Barack Obama - folgte ihm im Jahr 1629.

So wie die Tafeln an der Sint Pieterskerk der Pilgrim Fathers gedenken, ist ganz Leiden voll mit interessanten Geschichten, die sich hinter den alten Mauern abspielten. Und oftmals berichten die Mauern in Form von Gedenktafeln und Hinweisschildern von den historischen Ereignissen. Wer mit offenen Augen durch Leidens schmale Gassen und wunderschönen Grachten geht, der wird eine Menge entdecken.

Und so ziehe ich langsam und vor allem aufmerksam durch die uralte und traditionsreiche Stadt Leiden und entdecke neben der Sint Pieterskerk ein kleines unscheinbares Haus. Auch hier befindet sich auf der Mauer ein Schild, das darüber Auskunft gibt, dass im dahinter liegenden Hofje (ein kleiner, mit Häusern umgebener Innenhof) John Robinson wohnte, der besagte Führer der Pilgrim Fathers. In das schöne Hofje, das sich hinter einer schweren Türe verbirgt, sollte man unbedingt einen Blick werfen.

Weiter geht es durch Leiden und ich erfahre, dass der berühmte Maler Jan Steen im Gekroonde Liefdepoort wohnte, während das Geburtshaus von Rembrandt van Rijn im Weddesteeg steht. Voller Geschichte ist auch die wunderschöne Gracht Rapenburg, in der König Willem-Alexander (Hausnummer 116) und Prinzessin Beatrix  (Hausnummer 45) während ihrer Studienzeit lebten. Der berühmte Philosoph René Descartes bewohnte im Jahr 1640 das Haus Rapenburg 21. Hausnummer 51 ging ebenfalls in die Geschichte ein: Hier unterhielten sich der japanische Kaiser und seine Frau mit drei niederländischen Studentinnen, die aus dem Fenster schauten. Sie erraten es sicher schon – dieses Ereignis ist ebenfalls eine Gedenktafel wert.

Wer keine Lust hat, nach kleinen Tafeln zu suchen, der kann auch Großgeschriebenes auf ganzen Mauern lesen. Denn Leiden ist für seine muurgedichten bekannt, rund 100 Mauergedichte, die in allen möglichen Sprachen die Häusermauern zieren. Lassen Sie sich also von Gedichten und Geschichten verzaubern - in einer Stadt, die viel zu erzählen hat.

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