Theater-Renaissance

Marloes Tervoort, Freitag, 15. November 2013, 96 Mal gesehen

Theater-Renaissance

Theater. Ich war einst Theaterkritiker und verbrachte deshalb viel Zeit in den Theatern Amsterdams. Wenngleich mich deren Architektur anspricht, fand ich sie stets ein wenig altmodisch, mit kahlen Foyers, muffigen Garderoben, schlechtem Kaffee und so weiter.

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Theater. Ich war einst Theaterkritiker und verbrachte deshalb viel Zeit in den Theatern Amsterdams. Wenngleich mich deren Architektur anspricht, fand ich sie stets ein wenig altmodisch, mit kahlen Foyers, muffigen Garderoben, schlechtem Kaffee und so weiter.

Wie sich die Zeiten geändert haben! 2008 wurde die Stadsschouwburg einer umfassenden Renovierung unterzogen und mit einem neuen Aufführungssaal, einem neuen Eingang am Leidseplein und exquisitem Restaurant mit Bar wurde dem Theater neues Leben eingehaucht. Eine empfehlenswerte neue Einrichtung für ausländische Zuschauer sind die englischen Übertitel für viele Aufführungen (die auf der Website des Theaters mit einer britischen Flagge gekennzeichnet sind).

Gleich um die Ecke entstand 2010 das DeLaMar Theater desholländischen Theaterproduzenten Joop van den Ende nach einer vierjährigen Renovierung gewissermaßen aus der Asche. Wenngleich es völlig neu gestaltet wurde, hat man den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zum Teil bewahrt. Das Theater hat ein separates Grand Café mit einem Menü, das sogar der gefürchtete Restaurantkritiker Johannes van Dam wärmstens empfiehlt.

Das Carré, die ‚Grande Dame‘ der Amsterdamer Theater, wurde in den frühen Neunziger Jahren renoviert. Ursprünglich vom Zirkusdirektor Oscar Carré gegründet ist es bis zum heutigen Tag Schauplatz des spektakulären, alljährlichen Welt-Weihnachtszirkus. Außerdem tritt im Carré eine bunte Mischung lokaler und internationaler Künstler auf. Ich habe einst ein Interview mit Bello Nock geführt, der in jenem Jahr als Clown im Weihnachtszirkus auftrat. Er erzählte mir, dass er in 4 Tagen in insgesamt 12 Shows auftrat und dass ihm das gut gefällt, da er selbst ein wenig hyperaktiv sei... Die Zirkusnummern sind wirklich spektakulär und stellen sogar den Cirque du Soleil in den Schatten.

Hotelbars haben sich in den letzten Jahren zu Hotspots entwickelt und ich sehe dasselbe für Theaterrestaurants und -bars voraus. Deshalb lasse ich den Welt-Weihnachtszirkus dieses Jahr sausen und halte mich lieber in den Theaterfoyers und -bars auf, um die Atmosphäre zu schnuppern. Und natürlich um den Kaffee zu genießen, der mittlerweile sicher viel besser geworden ist!

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