Unterwegs mit der Dampfkleinbahn

Ulrike Grafberger, Samstag, 24. Oktober 2015, 861 Mal gesehen

Unterwegs mit der Dampftram

Die Stoomtram ist keine gewöhnliche Dampfeisenbahn, sondern eine Dampfstraßenbahn oder auch Dampftram. Das erklärt auch die gemütlichen 30 Stundenkilometer und die äußerst hübschen Holzwaggons. Aufgrund der geringen Geschwindigkeit können die leichteren Holzwaggons eingesetzt werden, deren ältester aus dem Jahr 1898 stammt und dessen Renovierung ganze fünf Jahre dauerte.

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Mit gemächlichen 30 Stundenkilometern ruckelt die alte Dame durch die Landschaft, während sie dabei ordentlich Dampf ablässt und zwischendurch mit einem warnenden, schrillen Pfiff auf sich aufmerksam macht. Trotz ihrer fast 100 Jahre strahlt sie noch viel Grandezza und Schönheit aus, ist frisch gewaschen und blitzblank aufpoliert – nicht umsonst lautet ihr Name „Bello“. Ermüdungserscheinungen sind bei ihr nicht zu entdecken, und die 145.000 Reisenden per Jahr scheint sie mühelos durch die Gegend zu transportieren.

Die Stoomtram ist keine gewöhnliche Dampfeisenbahn, sondern eine Dampfstraßenbahn oder auch Dampfkleinbahn. Das erklärt auch die gemütlichen 30 Stundenkilometer und die äußerst hübschen Holzwaggons. Aufgrund der geringen Geschwindigkeit können die leichteren Holzwaggons eingesetzt werden, deren ältester aus dem Jahr 1898 stammt und dessen Renovierung ganze fünf Jahre dauerte. Heute ist jedes kleinste Holz- und Metallteil wieder in altem Glanz hergestellt, und die Sitzbänke der ersten Klasse laden mit roten Plüschkissen zu einer bequemen Fahrt ein.

Die Reise führt uns vom nordholländischen Hoorn nach Medemblik am IJsselmeer. Ein Zwischenstopp wird in Wognum-Nibbixwoud eingelegt, wo man aussteigen und sich im Wagenschuppen mit Kaffee und dem Gebäck namens gevulde koek eindecken kann. Die Kinder können das Stelzenlaufen und Reifentreiben ausprobieren. Spiele, die hier schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts beliebt waren, in einer Zeit, als die Stoomtram in der ersten und zweiten Klasse ihre Gäste durch die Gegend fuhr und der Postwaggon noch im Einsatz war.

Viel hat sich seitdem nicht geändert, zumindest nicht auf der Dampftram-Strecke von Hoorn nach Medemblik. Die Schaffner und Lokführer stecken in historischen Uniformen, die Papier-Fahrscheine werden mit der Zange durchgeknipst, der Rauch qualmt aus dem Schornstein der schönen Bello, die mit Kohle von Hand befeuert wird. Am historischen Bahnhof von Wognum-Nibbixwoud stehen ein schwarzer Oldtimer und ein antikes Lastenfahrrad.

Angekommen in Medemblik geht die Fahrt per Schiff weiter über das IJsselmeer. Und auch hier müssen wir nicht zurück in das Hier und Jetzt, sondern bleiben in der Vergangenheit, an Bord des im Jahr 1956 erbauten Museumsschiffs „Friesland“, das früher von Harlingen aus auf die Insel Terschelling fuhr und heute auf dem IJsselmeer die Passgiere von Medemblik nach Enkhuizen bringt. In Enkhuizen können die Gäste von Bord, um das Zuidermuseum zu besuchen oder ihre Heimreise mit einem ganz „normalen“ Zug nach Hoorn anzutreten. Im neuen Zug der Nederlandse Spoorwegen sitzend sehnt man sich schnell zurück in die gemütliche alte Dampfkleinbahn mit ihren polierten Holzbänken, dem gemächlichen Schaukeln und den winkenden Menschen am Straßenrand. Die gute alte Zeit.

Museumstoomtram Hoorn-Medemblik

Steigen Sie ein, und begeben Sie sich auf die spannendste Zeitreise per Dampftram und Boot!

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