Zeeland: Wo sich Wald und Strand begegnen

Ulrike Grafberger, Montag, 14. Oktober 2013, 2389 Mal gesehen

Zeeland: Wo sich Wald und Strand begegnen

Der größte Wald Zeelands ist zugleich auch der abwechslungsreichste, denn dieser Wald grenzt direkt an einen fantastischen Sandstrand. Wer sich also nicht entscheiden kann, ob er lieber einen Strandspaziergang oder eine Waldwanderung macht – in Westerschouwen ist beides möglich.

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Der größte Wald Zeelands ist zugleich auch der abwechslungsreichste, denn dieser Wald grenzt direkt an einen fantastischen Sandstrand. Wer sich also nicht entscheiden kann, ob er lieber einen Strandspaziergang oder eine Waldwanderung macht – in Westerschouwen ist beides möglich.
Als wir an einem wunderschönen Herbsttag in der Ortschaft Westenschouwen ankommen, (der Wald trägt ein „r“ im Namen, der Ort ein „n“), kann ich mich kaum entscheiden: Gehen wir gleich an den langen Sandstrand, der – typisch für Zeeland – von hölzernen Wellenbrechern durchzogen wird. Oder durchkreuzen wir erst das 330 Hektar große Waldgebiet mit seinen hügeligen Dünen, Laub- und Nadelwäldern?

Einen guten Tipp kann uns vielleicht der Nationalpark-Mitarbeiter geben, der in der Excursieschuur am Rande des Waldgebietes in einem kleinen Informationszentrum sitzt und Wanderkarten verkauft. Auf meine Frage, was ich denn in diesem Naturschutzgebiet unbedingt anschauen müsse, bekam ich nur einen trockenen, zeeländischen Kommentar zurück: „Alles. Wenn man genau hinschaut, kann man eine Menge entdecken, zum Beispiel wilde Katzen.“

Wir entscheiden uns also zuerst für den Wald, den man auf alle möglichen Arten durchkreuzen kann: zu Fuß dank ausgeschilderter Wanderrouten, zu Pferd auf ausgedehnten Reitwegen und natürlich – wir sind ja in Holland – mit dem Fahrrad auf ausgezeichneten Radwegen. Was mich sehr beeindruckt: Durch den Wald führen auch schmale, naturnahe, asphaltierte Wege, so dass man mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu einer idyllischen Waldwanderung aufbrechen kann, ohne sich auf einer breiten Betonpiste wiederzufinden.

Im Nachhinein betrachtet, hatte der zeeländische Waldwächter tatsächlich Recht. Zwar sind uns keine Wildkatzen begegnet, doch eine Menge anderer Waldbewohner. Wir sahen Kreuzspinnen, deren Netze in der Herbstsonne glänzten, Marienkäfer auf Herbstlaub, wunderschöne Fliegenpilze, eine Menge Schmetterlinge und bunte Beeren. Die Rehe und die wilden Shetlandponys haben wir leider nicht entdeckt, dafür waren an diesem Sonntag vielleicht zu viele Waldbesucher unterwegs. Die Shetlandponys dienen übrigens nicht als Reitpferde, sondern als lebende Rasenmäher. Damit der Wald die Dünen nicht komplett überwuchert, sollen die rund 100 Ponys ein 400 Hektar großes Dünengebiet abgrasen und somit die Ausbreitung des Waldgebietes in Schach halten.

Der Wald von Westerschouwen ist aufgrund seiner besonderen Naturschönheit und seiner einzigartigen Lage direkt am Meer ein beliebtes Ausflugsziel – sowohl bei Holländern als auch bei deutschen Gästen. Und weil eine Waldwanderung hungrig und durstig macht, laden am Rande des Waldgebietes ein paar Restaurants und Cafés mit Sonnenterrassen zu einer Pause ein. Dort gibt es zu essen, was die Gegend zu bieten hat: Muscheln aus Zeeland, fangfrischen Fisch und holländischen Käse. Erschöpft und zufrieden setzen wir uns auf eine der sonnigen Terrassen und bestellen zeeländische Köstlichkeiten. Wir haben innerhalb von ein paar Stunden den Strand, die Dünen, Eichen-, Birken- und auch Kiefernwälder durchkreuzt. Was will man an einem sonnigen Herbstsonntag mehr?

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