Zu Neujahr ins Meer!

Denise Mosbach, Montag, 23. Dezember 2013, 713 Mal gesehen

Zu Neujahr ins Meer!

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: völlig verkatert vom vielen Champagner der vergangenen Nacht schlagen Sie am 1. Januar die Augen auf. Sie blicken nach draußen. Es scheint sehr kalt zu sein, und Sie fragen sich besorgt, wie kalt das Wasser der Nordsee wohl sein mag. Alleine die Idee sich selbst davon zu überzeugen... Aber Sie sind verabredet: in ein paar Stunden werden Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben an einem Nieuwjaarsduik (Neujahrsschwimmen) teilnehmen...

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Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: völlig verkatert vom vielen Champagner der vergangenen Nacht schlagen Sie am 1. Januar die Augen auf. Sie blicken nach draußen. Es scheint sehr kalt zu sein, und Sie fragen sich besorgt, wie kalt das Wasser der Nordsee wohl sein mag. Alleine die Idee sich selbst davon zu überzeugen... Aber Sie sind verabredet: in ein paar Stunden werden Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben an einem Nieuwjaarsduik (Neujahrsschwimmen) teilnehmen...

Nur kurze Zeit später stehe ich zitternd im Bikini am Strand des Badeorts Scheveningen. Dort, wo alljährlich das größte Neujahrsschwimmen stattfindet. Ich habe mir für die Gelegenheit wie die anderen 10.000 Teilnehmer eine lächerliche orangefarbene Mütze aufgesetzt. Es sieht einfach unmöglich aus. Und dann beginnen plötzlich alle wie verrückt ins Wasser zu rennen, und ich renne mit. Das Wasser ist kalt, eiskalt. Und sofort stelle ich mir die Frage, weshalb ich das eigentlich tue. Ich finde hier wirklich gar keinen Gefallen daran. Ich stehe noch nicht mal bis zur Taille im Wasser und weiß: das ist das letzte Mal!

Der Mann neben mir ist offensichtlich ganz anderer Meinung: er taucht mit dem Kopf unter, bis zu zehn Mal. Als ich ihn später frage weshalb er im Wasser so glücklich wirkte, antwortet er nonchalant: „Für mich ist es einfach eine Herausforderung ins kalte Wasser zu springen. Das gibt mir ein phantastisches Gefühl. Und –mal ganz ehrlich– meistens habe ich noch so viel Alkohol im Blut, dass ich die Kälte kaum spüre...“

Der Nieuwjaarsduik ist eine sehr alte Tradition. Es begann im Jahr 1920 in Kanada, als eine Handvoll tapferer Kanadier am 1. Januar ins Wasser sprang. Danach verbreitete sich die Tradition über den Rest der Welt, und in Holland fand das erste Schwimmen 1960 in Zandvoort statt. Inzwischen stürzen sich die Holländer fast allerorts zu Neujahr ins kalte Nass.

Für Angela van Vliet ist dieses Jahr ein Jubiläum: sie nimmt schon zum fünften Mal teil: „Vor fünf Jahren fragten einige Freundinnen ob ich nicht mitmachen möchte. Seitdem habe ich kein Jahr ausgelassen. Für mich gilt: je kälter, je besser. Nach so einem Schwimmen fühle ich mich wirklich wie neugeboren und das neue Jahr kann beginnen.“

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