Architektur entlang der holländischen Küste

Jeroen Apers, Mittwoch, 15. Mai 2013

Scheveningen ist ein Fischerdorf, das sich zum größten Badeort Hollands entwickelt hat. Der zugehörige Boulevard wurde vor kurzem völlig umgestaltet, von einem geraden Gehsteig in eine zierliche Promenade. Man kann dort jetzt herrlich im spanischen Stil flanieren. Nicht ganz verwunderlich, da der Entwurf vom katalanischen Architekten Manuel De Solà-Morales stammt. Und wenn Sie doch einen Spaziergang unternehmen, sehen Sie sich auch noch die netten Pavillons dort an. Wie zum Beispiel ‚Fiets&Stal‘ des Künstlers John Körmeling, ein Fahrradreparaturladen, der eher an eine Vorkriegs-Tankstelle erinnert. Auch das Museum Beelden aan Zee ist sehenswert. Wo man eigentlich ein auffälliges Gebäude am Boulevard erwartet, verbirgt sich dieses Museum in den Dünen unter dem Königlichen Pavillon de Witte. Ein echtes Suchspiel!

Auch außerhalb der großen Städte lassen sich entlang der holländischen Küste einige Architektur-Highlights entdecken. In den Dünen bei Oostvoorne, unweit des Hafens von Rotterdam, wurde vergangenes Jahr ein schönes Restaurant eröffnet. Dieses Restaurant mit dem passenden Namen Aan Zee, wurde aus Seecontainern konstruiert. Nicht dass dies zu erkennen wäre, denn es fügt sich mit seinen zierlichen, runden Linien ganz in die Umgebung ein. Es ist mittlerweile ein echter Hotspot für Naturliebhaber und (Kite)Surfer geworden, die sich gern am offenen Kamin oder auf der Terrasse von ihren Aktivitäten erholen.

Beim Informationszentrum Neeltje Jans zum Deltawerke-Projekt entstand vor nahezu 20 Jahren ein Süß- und Salzwasserpavillon. Nicht dass dieses Bauwerk von Lars Spuybroek und Kas Oosterhuis altmodisch wirken würde, denn es war in punkto Formgebung seiner Zeit weit voraus – und ist es übrigens noch immer. Diese ‚blobs‘ (binary large objects) wurden vollständig Computer gesteuert gestaltet und erbaut. Das Bauwerk sieht aus wie ein Meerestier, das sich entspannt auf die Seite gelegt hat. Auch im Inneren fühlt man sich fast wie Jonas im Wal, aber das soll Sie nicht vor einem Besuch abschrecken.

Noch etwas weiter südlich in Zeeland, am Strand bei Domburg, kann man sogar in hypermodernen Strandhäuschen übernachten. Von Mai bis Oktober sind bei Slaapzand Häuschen zu mieten, die direkt am Meer liegen. Diese streng gestalteten Domizile bieten einen phantastischen Ausblick, und man kann vom Bett aus gleich ins Meer laufen. Ein schöneres Erwachen kann ich mir beinahe nicht vorstellen.

Museum Beelden aan Zee, Harteveltstraat 1, Den Haag
Restaurant Aan Zee, Strandweg 1, Oostvoorne
Deltapark Neeltje Jans, Faelweg 5, Vrouwenpolder
Slaapzand, Zuidstraat 19, Westkapelle