Food=Design

Denise Kortlever, Mittwoch, 13. Februar 2013

Weshalb ist Tee in einem Teebeutel? Warum werden in Restaurants so viele Nahrungsmittel verschwendet? Katja Gruijters beginnt ihr Projekt stets damit, das Offensichtliche in Frage zu stellen. Essen stellt nicht nur ein Grundbedürfnis der Menschen dar, es ist auch Teil unserer Kultur und dadurch mit Ritualen und menschlicher Interaktion verbunden. Gruijters möchte auf positive Weise zu unserer Esskultur beitragen und entwirft dazu innovative Nahrungsmittel, wie Süßigkeiten aus Blumen, essbare Teller und Schokoladetafeln in Form von Spitze. Derzeit liegt ihr Haupt-Fokus auf der Nachhaltigkeit unserer Nahrung. Eigenartige europäische Nahrungsmittelgesetze (es gibt strenge Regeln bezüglich der Größe und Form von Obst und Gemüse, beispielsweise müssen Bananen perfekt gebogen sein) haben Gruijters davon überzeugt, dass es an der Zeit ist, unsere Wahrnehmung von Nahrungsmitteln neu zu definieren und echten, ehrlichen Produkten den Vorzug zu geben. Deshalb arbeitet sie an Projekten, die zum Nachdenken anregen sollen, wie ein Restaurant ohne Abfälle und Gerichte, die aus Resten zubereitet werden.

Sie betrachtet sich eigentlich nicht als Food Designer, da die Natur unseren Nahrungsmitteln bereits ein perfektes Design verliehen hat. Marije Vogelzang bezeichnet sich vielmehr als ‚Eating-Designerin‘, da sie sich vielmehr mit der Zubereitung, dem geschichtlichen Hintergrund und der Kultur der Ernährung beschäftigt. Ihre Philosophie besteht aus acht Inspirationsaspekten, die die Grundlage all ihrer Designs bilden: die Sinne, Natur, Kultur, Gesellschaft, Technik, Psychologie, Wissenschaft und Handeln. Vogelzang interessiert sich am stärksten für die sozialpsychologischen Aspekte der Nahrung, z. B. damit, wie sie so starke Erinnerungen und Emotionen wecken kann. Sie hat dazu faszinierende Projekte entwickelt, wie ein ganz weißes Begräbnis-Essen, eine ‚ableckbare‘ Schokoladenwand und eine Verkostung mit ‚holländischem Leitungswasser‘, um ein Bewusstsein für den Wert von Leitungswasser zu wecken. Sie ist außerdem Gründerin der Restaurants Proef in Amsterdam und Rotterdam, in denen pure, organische Speisen auf großen Holzbrettern serviert werden, von denen alle am Tisch essen. Absolut einen Besuch wert!

Proef Amsterdam, Gosschalklaan 12
Proef Rotterdam, Mariniersweg 259