Oliebollen‘ und ‚appelbeignets‘

Denise Kortlever, maandag 16 december 2013

Diese frittierten süßen Köstlichkeiten gehören in Holland zur Silvesterfeier, und werden gewöhnlich mit einem Glas Champagner um Mitternacht verspeist. ‚Oliebollen‘ sind eine Art Krapfen (Berliner) aus einem Teig von Mehl, Eier, Hefe und Milch und werden in heißem Öl frittiert. Mitunter wird anstelle von Hefe auch Bier verwendet, und man kann Rosinen, Zitronat und Orangeat sowie kleine Apfelstücke dazu geben. Eine großzügige Menge Puderzucker zum Bestäuben der ‚oliebollen‘ ist jedoch ein Muss! ‚Appelbeignets‘ sind runde Apfelscheiben in einen süßen Teig getaucht, frittiert und anschließend mit Zimt und Zucker serviert.

Manche backen die ‚oliebollen‘ und ‚appelbeignets‘ selbst – oft nach alten Familienrezepten – aber es gibt vor Silvester auch die traditionellen Stände (‚oliebollenkramen‘) an denen diese süßen Leckereien an diejenigen verkauft werden, die weniger Backtalent oder Geduld haben. Die holländische Tageszeitung Algemeen Dagblad organisiert sogar alljährlich einen ‚oliebollen‘ Wettbewerb, bei dem eine anonyme Jury die Qualität der landesweit verkauften Produkte testet. Die daraus resultierende Liste ist extrem populär. Die prämierten ‚oliebollen‘ Verkäufer können an den letzten Tagen des Jahres lange Reihen vor ihren Ständen erwarten. Bäcker Richard Visser aus Rotterdam hält mit acht Siegen den Rekord. Er wird sein Rezept wohl mit ins Grab nehmen, aber Visser gibt zumindest preis, dass die exakten Mengen und präzisen Zutaten bei Zimmertemperatur der Schlüssel zum Erfolg sind.

Die frittierten Köstlichkeiten sind nicht nur ein wesentliches Element für die Menschen in den Niederlanden; auch emigrierte Holländer können sich Silvester nicht ohne die heimatlichen ‚oliebollen‘ vorstellen. Wie zum Beispiel Nicole Holten, die in den Vereinigten Staaten lebt und auf The Dutch Table einen Blog über holländische Gerichte schreibt. „Als junges Mädchen holte ich immer ‚oliebollen‘ vom Stand in unserer Straße. Wir aßen sie zu Silvester, während wir das Fernsehprogramm verfolgten und uns auf das Feuerwerk freuten. Ich backe noch immer jedes Jahr ‚oliebollen‘ zu Silvester. Es erinnert mich an Zuhause, an Holland. Silvester wäre ohne ‚oliebollen‘ einfach nicht dasselbe.“

Das nicht so geheime ‚oliebollen‘-Rezept von Nicole:

Zutaten (für 6 Stück): 1 Tasse (125 g) Allzweckmehl, ½ Tasse (120 ml) warme Milch, 2 TL Trockenhefe, 1 EL weiche Butter, 1 ½ EL Zucker, etwas Zitronenschale und Salz, 1 Ei, 2 EL Rosinen.

Zubereitung: Rosinen vorzugsweise am Vorabend in Rum oder Wasser einweichen.
Die Hefe in der warmen Milch auflösen. Mehl, Zucker und Zitronenschale vermischen und Milch und Hefe vorsichtig hineinrühren. Ei und Salz dazugeben und rühren, bis alles gut vermischt ist. Die abgetropften Rosinen darunter rühren. Abdecken und gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat, erneut gut durchrühren und nochmals gehen lassen.
In der Zwischenzeit das Öl in der Friteuse auf 190°C erhitzen. Einen Teller mit Papierservietten oder Küchenpapier bereitstellen, um das überschüssige Fett aufzufangen. Den Teig nochmals durchrühren. Mit einem großen Löffel (oder einem Eisportionierer) eine Portion entnehmen, in das heiße Öl geben und circa 4 Minuten von beiden Seite frittieren, bis der ‚oliebol‘ eine schöne braune Farbe angenommen hat. Anschließend auf den Servietten abtropfen lassen, auf einen anderen Teller geben und mit reichlich Puderzucker bestreuen.

Rezept: