Uhrmacher greift nach den Sternen

Elleke van Duin, woensdag 13 februari 2013

Angenommen, Sie suchen eine neue Uhr. Dann können Sie natürlich ein trendiges Modell von irgendeinem Modedesigner erwerben, aber wenn Sie etwas wirklich Außergewöhnliches suchen, sollten Sie sich für ein Mini-Kunstwerk des Uhrmachers Christiaan van der Klaauw (1944) entscheiden. Dieser Friese, der seit 1974 in seinem Atelier in Joure Uhren fertigt, ist schon sein ganzes Leben lang von unserem Sonnensystem fasziniert. So sehr, dass er sich ab 1992 sogar auf Uhren mit astronomischen Komplikationen spezialisierte. Auf Wunsch baut er sogar ein ganzes Planetarium in eine Armbanduhr ein. „Die Entfernungen zwischen den Planeten sind enorm, und doch umkreisen sie einander mit unglaublicher Präzision. Ich wollte diesen wunderbaren Mechanismus auf einem Ziffernblatt festhalten“, erklärt er.

Seine astronomischen Uhren haben bereits zahlreiche Preise gewonnen, und die aktuelle Version seiner Real Moon 1980 wurde vor kurzem in London zur Europäischen Uhr des Jahres 2012 gekürt. Um 18 Uhr zeigt dieses klassische Design die aktuelle Mondphase an. Die Uhr ist in vielen Arbeitsstunden vollständig von Hand gefertigt. Deshalb gibt es auch nur wenige Exemplare, und mit durchschnittlich 26.000 Euro pro Stück, sind sie auch nicht ganz billig. Die Kreationen von Christiaan van der Klaauw sind nicht nur technisch fortschrittlich, sie sind auch unglaublich schön, und bestehen aus so exklusiven Materialien wie Roségold, Weißgold und Platin. Es ist deshalb auch nicht überraschend, dass er 1990 in die prestigeträchtige ‚Académie Horlogère des Créateurs Indépendants‘ (AHCI) aufgenommen wurde, eine Gemeinschaft der weltweit besten Uhrmacher.

Der Amateur-Astronom Eise Eisinga war eine wichtige Inspiration für Van der Klaauw. 1774 begann dieser enorm begabte junge Mann in seinen Wohnzimmer mit dem Bau eines komplexen Modells unseres Sonnensystems. Sieben Jahre später stellte er sein Planetarium fertig und die Leute kamen von Nah und Fern, um zu sehen, wie sich die Planeten um einander drehen. Auf diese Weise konnte Eisinga den Menschen die Angst nehmen, dass die Planeten mit dem Mond kollidieren und die Erde auslöschen könnten. Sein Planetarium, das nach wie vor funktionsfähig ist, ist das älteste und berühmteste Planetarium der Welt und mit Sicherheit einen Besuch wert.

Die Friesen haben wirklich die Astronomie im Blut. Oder ist dieser Erfolg eventuell das Ergebnis einer besonders günstigen Sternenkonstellation? „Absolut nicht“, sagt der nüchterne Van der Klaauw, „Ich glaube nicht an Astrologie. Ich kümmere mich lieber um die konkreten Dinge im Leben. Schließlich tickt die Uhr.“