100 Jahre Einpolderung: Eröffnung Deltagoot Kunstwerk Waterloopbos

23. August 2018

Eines der bislang radikalsten und weitgreifendsten Gesetze der Niederlande wurde vor 100 Jahren verabschiedet: das Zuiderzee-Gesetz (Zuiderzeewet). Das Rahmengesetz zum Schutz vor Überschwemmungen und Fluten sah vor, dass die ehemalige Nordseebucht Zuiderzee auf Kosten des niederländischen Staates geschlossen werden würde. Der Bau des Abschlussdeiches war die erste Konsequenz daraus. Später wurde die Einpolderung des Gewässers Wieringermeer, des Nordost-Polders sowie des östlichen und südlichen Flevopolders in der Mitte der Niederlande umgesetzt. Am Ende wurde die größte künstliche Insel der Welt gebildet: das am IJsselmeer gelegene Flevoland.

Der Waterloopbos kann als der Ort bezeichnet werden, wo die Niederländer ihre Expertise über Wassermanagement erhalten haben. Der Wald diente damals als Testgebiet, weshalb man dort noch bis zum heutigen Tage auf Wasserschutz- und Strömungsmodelle stößt. Außerdem ist auch das größte Kunstwerk der Niederlande dort zu finden, welches am 27 September eingeweiht wird. Künstler haben das Deltagoot, ein 240 Meter langes, 5 Meter breites und 7 Meter tiefes Beton-Becken, welches damals zur Forschung für Sturmflutschutzanlagen genutzt wurde, in ein Kunstwerk verwandelt. Der Beton wurde so bearbeitet, dass Moos und Farn darauf wachsen können. Das Kunstwerk soll als Ehrung der Forschung dienen und als Metapher dafür stehen, dass die Modelle durch die Natur zurückerobert werden. Ab 2019 wird es auch eine App geben, die Besuchern verschiedene thematische Routen zur Verfügung stellt.

Waterloopbos, Voorsterweg 36, 8316 PT Markenesse.

Weitere Informationen: https://www.100jaarzuiderzeewet.com;
www.holland.com/wasserland