Wie Großbritannien im Zweiten Weltkrieg half, Holland zu befreien

5 von 5 Besuchern finden diese Informationen nützlich.

Zwischen September 1944 und April 1945 trug Großbritannien maßgeblich zur Befreiung Hollands bei. Es begann mit der Teilnahme an Operation Market Garden. Und durch die Mitwirkung der britischen Truppen wurde die Befreiung nahezu aller Gebiete Hollands erst möglich. Dabei gaben tausende Soldaten ihr Leben, um das Joch der deutschen Besatzer abzuschütteln. Folgen Sie ihrer ‚Liberation Route‘.

  • Ausführliche Angaben zu den Gefechten, die dem Sieg der Alliierten in Holland vorausgingen.
  • Welche Rolle spielten die Briten bei der Befreiung Hollands im Zweiten Weltkrieg?
  • Auf den Spuren der Liberation Route, um den Vorstoß der britischen Truppen in Holland nachzuvollziehen.

Großbritannien startet seine Mission zur Befreiung Hollands

Am Sonntag, dem 17. September 1944 starten tausende Flugzeuge von England aus und nehmen Kurs auf Holland. Darunter waren die schweren Bomber Stirling und Liberator. Sie ließen die bevorstehende Tragödie und Zerstörung erahnen. Wenig später wird eine Armee von Fallschirmspringern hinter den deutschen Linien abgesetzt, und Bodentruppen rücken von Belgien aus in die holländische Provinz Nord-Brabant vor. Es ist der Beginn von Operation Market Garden zur Unterstützung der Alliierten bei ihrem Durchbruch nach Deutschland. Die Briten kommen, um bei der Befreiung Hollands zu helfen.

Operation Market Garden

Operation Market Garden, die in den Provinzen Gelderland und Nord-Brabant stattfand, war Großbritanniens erste Beteiligung die deutsche Besetzung Hollands zu beenden. Die 1. Britische Luftlandedivision, ‚The Red Devils‘ (Die roten Teufel) werden in der Umgebung von Arnheim abgesetzt, und britische Bodentruppen rücken in die Provinzen Nord-Brabant und Gelderland vor. Andere Luftlandetruppen landeten in anderen Gebieten, wie in der Umgebung von Son und in der Ginkelse Heide nahe Ede. Am 18. September befreiten US-amerikanische Fallschirmspringer die holländische Stadt Eindhoven und unterstützten britische Bodentruppen bei ihrem weiteren Vorstoß in Richtung Norden. Bis heute findet in der Stadt alljährlich eine Gedenkfeier zur Erinnerung an diese Befreiung statt.

Die alliierten Truppen gerieten jedoch kurz nach Beginn der Operation in Schwierigkeiten. Die Bodentruppen mussten über eine schmale, zweispurige Straße nach Norden vorrücken, und das unter konstantem Beschuss durch deutsche Soldaten. Nicht umsonst bezeichneten sie diese Route als ‚Hell’s Highway‘. Am 20. September 1944 gelang es den Alliierten, trotz heftigen Widerstands auf deutscher Seite, die Brücken über die Waal in Nimwegen zu erobern. Für diesen Erfolg zahlten sie jedoch einen hohen Preis – zahllose Soldaten kamen bei der heroischen Überquerung der Waal ums Leben.

Die 1. Luftlandedivision wurde bis Oosterbeek zurückgedrängt, und John Frosts 2. Fallschirmjäger-Bataillon wurde in Arnheim eingekesselt. Tage später mussten sie sich ergeben. Deutsche Panzer überquerten die Rheinbrücke in Richtung Betuwe. Bis Samstag, den 23. September, waren die Soldaten übermannt, und am Montag wurden circa 2.400 Soldaten von Oosterbeek aus evakuiert, um Gebiete südlich des Rheins zu befreien. Market Garden war fehlgeschlagen. 

Die alliierten Truppen konnten die heute noch stehende ‚Brücke von Arnheim‘ nicht erobern. Sie wurde mittlerweile auf John-Frost-Brücke umbenannt und ist weltberühmt. Sie können die tragischen Ereignisse vom September 1944 und Operation Market Garden im Airborne at the Bridge Besucherzentrum nacherleben. Hierbei handelt es sich um eine Zweigstelle des Airborne Museums Hartenstein in Oosterbeek. Ein weiterer angemessener Tribut für die Opfer der Soldaten, die an diesem Kampf beteiligt waren, ist die alljährliche Bridge to Liberation Experience. Diese ergreifende Gedenkveranstaltung auf der Brücke wird mit Filmvorführungen, Tanz, Musik und vielem anderen bereichert. Lesen Sie mehr über den Besuch von Soldatenfriedhöfen in Holland.

Die Schlacht von Overloon und die Befreiung Brabants

Nachdem Operation Market Garden fehlgeschlagen war, bereiteten die Alliierten bereits einen neuen Vorstoß in Richtung Deutschland vor. Dazu mussten sie das Gebiet westlich der Maas absichern. Eine Schlacht, die diesem Zweck diente, war die bei Overloon. Mit der Einleitung dieser Schlacht Ende September 1944 durch die US-amerikanischen Truppen stürmten 90.000 Mann starke britische Truppen über die schlammigen Felder und nahmen Overloon am Abend des 12. Oktobers ein. Fünf Tage später gaben die Deutschen die Stadt Venray auf. Über 3.100 britische, deutsche, US-amerikanische Soldaten und holländische Zivilisten fanden den Tod; die Dörfer und die Umgebung waren nahezu vollständig zerstört. Die Schlacht war vorbei.

Heute können Sie auf dem Soldatenfriedhof Overloon die Gräber der britischen Soldaten besuchen, die bei den Kämpfen umgekommen sind. Das Kriegsmuseum Overloon, dem größten Museum dieser Art in Holland, ermöglicht dem Besucher, sich in diesen tragischen Abschnitt der Geschichte zu vertiefen.

Die Deutschen stellten im mittleren und westlichen Brabant eine Gefahr für die Nachschublinien von und nach Antwerpen dar. Daher begannen britische und kanadische Truppen Mitte Oktober Operation Pheasant, um den Gegner hinter die Maas zurückzudrängen. Im selben Zeitraum kämpften britische Truppen bei der Schlacht an der Schelde in Zeeland. Die Kampfhandlungen um den Zugang zu den Häfen von Antwerpen dauerten drei Wochen lang.

Operation Nutcracker hilft bei der Befreiung Limburgs

Anfang November, als Zeeland und Brabant befreit waren, schickte man die dort eingesetzten Divisionen in den Osten der Provinz Brabant und den Norden Limburgs zurück. Am 14. November begann Operation Nutcracker, die letzte Offensive zur Befreiung Nord-Limburgs. Der Norden der Provinz wurde mit alliierten Truppen geradezu überflutet. Am 26. November gelang es schließlich, die Deutschen hinter die Maas zurückzudrängen. Am 3. Dezember 1944 verlief die Frontlinie nun bis zur Maas. Der größte Teil der südlichen holländischen Provinzen war befreit.

Im Winter 1944 waren die alliierten Truppen im Einsatzgebiet in der Umgebung von Nimwegen an vielen Stellen zum Stillstand gekommen. Es wurden vielfach Stellungskämpfe ausgetragen, bis Operation Veritable, auch bekannt als die Schlacht im Reichswald, begann. Dies wurde zu einem entscheidenden Wendepunkt zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Für die Rheinlandoffensive, einem gewaltigen Militäreinsatz zur Rückgewinnung des westlichen Rheinufers und der letztendlichen Überquerung des Flusses, wurden unzählige britische, kanadische und US-amerikanische Soldaten zusammengezogen. Damit wollte man die Achsenmächte in Richtung Deutschland zurückdrängen. Ausführlicher darüber informiert das Freiheitsmuseum in Groesbeek.

Der letztendliche Erfolg von Operation Veritable, nach Rückschlägen aufgrund von Überflutung und der heftigen Gegenwehr der deutschen Verteidigungslinien, bedeutete, dass die britischen Streitkräfte im März 1945 eine Mission zur Befreiung von Teilen der östlichen Provinzen Hollands durchführen konnten. Anfang April erreichten sie Enschede und Hengelo.

Ein Ort, an dem Sie die Befreiung dieses Teils Hollands und die Geschichte des Zweiten Weltkriegs von Anfang bis Ende verfolgen können, ist das Memory Museum in der holländischen Stadt Nijverdal. Am 16. April wurde Arnheim durch die Briten befreit. Dies war ein wichtiger Tag für die britischen Truppen, die bei der fehlgeschlagenen Operation Market Garden in dieser Stadt Freunde verloren hatten. Ungefähr zur selben Zeit unterstützte der British Special Air Service (SAS) kanadische Truppen bei der Befreiung des Nordens von Holland.

Holland ist endlich befreit

Am 4. Mai sind die Kampfhandlungen in Holland vorbei. Einen Tag später werden im Radio Ansprachen von Königin Wilhelmina und Prinz Bernhard übertragen, in denen sie die Befreiung verkünden.

Am 7. Mai begaben sich die Briten auf einen Triumphzug durch das Randstad-Gebiet, das Rotterdam, Amsterdam, Den Haag, Utrecht und Umgebung einschließt. In jedem Ort, den sie durchquerten, wurde gefeiert. Aus den Gewehrläufen ragten Tulpen heraus; Fahnen wurden triumphierend geschwenkt, und die Menschen umarmten einander. Die Briten kehrten nach Hause zurück; die Holländer begannen mit dem Wiederaufbau. Ihr Land war endlich befreit.

Liberation Route

Entdecken Sie diese historische Memorial Route, die die wichtigsten Meilensteine im Vorstoß der Alliierten verbindet.

Mehr Liberation Route

© Liberation route

Nationaal Monument Kamp Vught

Entdecken Sie im Nationaal Monument Kamp Vught eine dunkle Periode in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Holland. Über 32.000 Menschen waren während des Krieges im Lager Vught interniert.

© Liberation route

Soldatenfriedhof Oosterbeek

1763 britische und polnische Soldaten, die während der Operation Market Garden ihr Leben ließen, haben auf dem Soldatenfriedhof in Oosterbeek ihre letzte Ruhe gefunden.

© Liberation route
Museen

Kriegsmuseum und Soldatenfriedhof Overloon

Das Kriegsmuseum macht die Geschichte der Besatzung, des Widerstands und der Verfolgung während des Zweiten Weltkrieges lebendig und erläutert die Rolle von Overloon bei der Operation Market Garden. Überqueren Sie die einzigartige Fahrradbrücke, auf der Sie sprichwörtlich durch das Museum hindurch zu den nahegelegenen Friedhöfen radeln.

Museen

Airborne Museum ‚Hartenstein‘

Nehmen Sie in der Airborne Experience selbst an den Kampfhandlungen teil und erleben Sie die Schlacht um Arnheim und Operation Market Garden anhand persönlicher Dokumente und authentischer Objekte im Airborne Museum ‚Hartenstein‘.