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Die Befreiung Hollands

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Die Befreiung Hollands fing im September 1944 an und dauerte bis Mai 1945. Alles begann am 6. Juni 1944, einem schicksalhaften Tag an den Stränden der Normandie. Tausende Soldaten verloren ihr Leben, damit die Alliierten eine sichere Stellung in Frankreich und Europa aufbauen konnten. Zuvor hatten die Alliierten gekämpft, um die deutschen Streitkräfte weitgehend aus Frankreich und Belgien zu vertreiben. Der Vorstoß nach Holland befreite große Teile des Landes und letztendlich die Bevölkerung von den Besatzern. Die Holländer waren den Nazis machtlos ausgeliefert, die mehr als zwei Drittel der jüdischen Mitbürger in Konzentrationslager deportierten.s.

  • Aufschlussreiche Informationen zu den Kämpfen und Einsätzen, die zum Sieg der Alliierten in Holland führten.
  • Soldatenfriedhöfe und Museen vermitteln einen tieferen Einblick in die dramatischen Ereignisse dieses Zeitabschnitts der holländischen Geschichte.
  • Die Liberation Route veranschaulicht den Vormarsch der Alliierten, die halfen, Holland zu befreien.

Einmarsch deutscher Truppen in Holland

Obwohl Holland im Zweiten Weltkrieg neutral war, erfolgte die Besetzung durch Hitlers Befehl am 10. Mai 1940. Regierung und königliche Familie flohen daraufhin ins Ausland. Die Armee leistete verzweifelten Widerstand, weil sie schlecht vorbereitet und ungenügend ausgerüstet war, um sich den gut ausgebildeten deutschen Truppen zu stellen. Nach einem grausamen Angriff, unter anderem auf zivile Ziele in Rotterdam, kapitulierte das holländische Oberkommando. Dem Schutz unschuldigen Lebens sollte Vorzug vor der Freiheit des Landes gegeben werden. Es sollten fünf Jahre verstreichen, bis die holländische Bevölkerung wieder in Freiheit leben konnte.

Start der Operation Market Garden

Nach der Befreiung Brüssels Anfang September 1944 kam der Vormarsch der Alliierten zum Stillstand. Zu diesem Zeitpunkt legte der britische Feldmarschall Bernard Montgomery der Obersten Heeresleitung der Alliierten dem US-amerikanischen General Dwight D. Eisenhower seinen waghalsigen Plan für eine neue Operation vor. Damit sollten verschiedene Brücken über die großen holländischen Flüsse eingenommen werden, um die Siegfried-Linie der Achsenmächte zu umgehen und anschließend rasch nach Deutschland vorzustoßen. Es handelte sich dabei um Operation Market Garden, und Montgomery war davon überzeugt, dass sie im Erfolgsfall den Krieg bis Weihnachten beenden könnte.

Leider verlief Operation Market Garden – eine der größten Luftlande-Operationen der Geschichte – nur zum Teil erfolgreich. Erfahren Sie, wie Nimwegen und große Teile der Provinz Nord-Brabant nach umfangreichen Kampfhandlungen befreit wurden. Die letzte Brücke über den Rhein bei der Schlacht, um Arnheim zu sichern, war ein Debakel, und die Operation schlug letztendlich fehl.

Die Schlacht an der Scheldemündung und die Befreiung des südlichen Hollands

In anderen Teilen Hollands hatten die Alliierten mehr Erfolg. Wenngleich es sich dabei um eine der grausamsten Begegnungen des gesamten Krieges handelte, war die Schlacht an der Scheldemündung erfolgreich. Die deutschen Besatzer waren von der Scheldemündung vertrieben und die Nachschublinien der Alliierten frei. Der Preis für diesen Sieg war hoch, der hauptsächlich von kanadischen und polnischen Truppen auf den Deichen und Dämmen, gefluteten Poldern und schwer befestigten Dörfern und Städten der Provinz Zeeland erkämpft wurde. Am Ende der zwei Wochen andauernden Kampfhandlungen waren über 6.000 kanadische Soldaten gefallen, verwundet oder gefangen genommen.

Eine entscheidende Konsequenz der Operation Market Garden war, dass alliierte Truppen auch einen Landstreifen von Belgien über Eindhoven bis Nimwegen befreit hatten. Dieses strategisch wichtige Gebiet wurde durch die Schlacht bei Overloon weiter gesichert. Sie begann Ende September 1944 und war eine der erbittertsten Kämpfe auf holländischem Boden im Zweiten Weltkrieg. Ungefähr zur selben Zeit griff eine Streitkraft der Alliierten West- und Mittel-Brabant an, und konnte die Provinz schließlich Anfang November befreien. Das Kriegsmuseum Overloon informiert ausführlich über diese Schlachten und die Soldaten, die hier für die Freiheit kämpften.

Die Befreiung Limburgs und Brabants

Da die Deutschen in Mittel- und West-Brabant eine Gefahr für die Versorgungslinien zum und vom Hafen von Antwerpen bedeuteten, starteten britische und kanadische Truppen Mitte Oktober Operation Pheasant. Auf diese Weise wollte man die Deutschen über den Fluss Maas zurückzudrängen. Am 14. November startete Operation Nutcracker, die letzte Offensive zur Befreiung Nord-Limburgs. Das Gebiet wurde von alliierten Truppen geradezu überrollt, und bis 26. November 1944 waren die Deutschen bis zur Maas zurückgedrängt. Am 3. Dezember 1944 war der Süden Hollands weitestgehend befreit.

Die Monotonie des Krieges und Hollands ‚Hungerwinter‘

Mit Einbruch des Winters verebbten die Kampfhandlungen in Holland, die Monotonie des Krieges wich dem Terror. Die Soldaten beider Seiten der Front kämpften vor allem gegen Kälte und Hunger. Viele von ihnen wurden krank und bekamen Fieber. Holländische Zivilisten waren gezwungen, sich in Keller und Notunterkünften zurückzuziehen. Das tägliche Leben der 3,5 Mio. Holländer in den nach wie vor besetzten Gebieten des Landes stand ganz im Zeichen einer unablässigen und zunehmend verzweifelten Suche nach Brennstoff und Nahrung. Exekutionen standen auf der Tagesordnung und wurden bereits für die geringsten Vergehen wie die Nicht-Einhaltung der Ausgangssperre angeordnet. In diesem ‚Hungerwinter’ kamen circa 20.000 holländische Zivilisten ums Leben.

Operation Veritable und der Anfang vom Ende

Im Februar 1945 war es an der sich durch Holland verlaufenden Front mit nur wenigen Kampfhandlungen relativ ruhig. Das blieb jedoch nicht so. In Nimwegen stand eine Invasion kanadischer und britischer Soldaten unmittelbar bevor. Tagsüber warfen die Amerikaner Bomben über Deutschland ab, nachts übernahm die britische RAF. Am 8. Februar 1945 startete Operation Veritable. Der Eröffnungszug der Rheinland-Offensive, eine riesige Operation, um das Gebiet westlich des Rheins zurückzuerobern und den Fluss schließlich zu überqueren. Es wurden über 300.000 britische, kanadische und polnische Soldaten zusammengezogen, um die Achsenmächte über die Grenze nach Deutschland zurückzudrängen. Operation Grenade der amerikanischen Streitkräfte sollte gleichzeitig starten, um die Alliierten in einem Zangenangriff an den Rhein zu bringen. Die Deutschen hatten jedoch die Ruhr geflutet und damit den Beginn dieser Operation verhindert. Erfahren Sie mehr über Operation Veritable und wie sich die Briten letztendlich zur westlichen Seite des Reichswalds vorkämpften. Circa zwei Wochen nach ihrem Beginn wurde Operation Veritable erfolgreich abgeschlossen.

Das Nationale Bevrijdingsmuseum (Nationales Befreiungsmuseum) nahe Groesbeek ist die ideale Anlaufstelle, um sich in diese Periode zu vertiefen. Das Museum befindet sich auf dem Gebiet, in dem die US-amerikanische 82. Luftlandedivision bei der Operation Market Garden ihren Vorstoß auf Nimwegen startete. Dort begann auch die Operation Veritable nur wenige Monate später. Gerüche, interaktive Präsentationen, Dioramen, Modelle, Original-Filmmaterial und Tonfragmente machen diese Zeit für den Besucher lebendig.

Das Ende der Befreiung

Die Kampfhandlungen am 23. März 1945 sollten die letzten zwischen den Alliierten und Deutschen in Europa sein. Der Sieg ermöglichte den Alliierten den Vorstoß zum Rhein. Der letztendliche Erfolg der Operation Veritable und der Rheinland-Offensive ebnete den Weg für die kontinuierliche Befreiung von Hollands Städten und Dörfern. Von Gendringen und Emmerich aus marschierten kanadische Truppen erneut nach Holland ein und boten Unterstützung, um die nördlichen Gebiete bis zum Wattenmeer zu befreien. Drei britische Divisionen rückten von der deutschen Stadt Wesel aus nach Holland vor und eroberten in raschem Tempo Dorf nach Dorf. Am 16. April befreiten britische Truppen Arnheim; am 5. Mai war Holland wieder frei.

Dodenherdenking, Bevrijdingsdag und die Gründung der Vereinten Nationen

Am 4. Mai jedes Jahres hält ganz Holland inne, um mit der sogenannten Dodenherdenking der Gefallenen zu gedenken. Auf dem Dam in Amsterdam findet eine nationale Zeremonie statt, während in anderen Städten des Landes sowie auf den Soldatenfriedhöfen Hollands weitere Gedenkfeiern abgehalten werden.

Der darauffolgende 5. Mai ist bekannt als Bevrijdingsdag (Befreiungstag) und wird mit Festivals in Amsterdam und Hollands 12 Provinzhauptstädten gefeiert. An diesem Tag beorderte General Foulkes, Kommandant der 1. kanadischen Armee, den deutschen General Blaskowitz ins Hotel de Wereld in der holländischen Stadt Wageningen, um eine Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen. Wageningen bezeichnet sich fortan als ‚Stadt der Befreiung‘ und feiert die Freiheit Hollands am 4. und 5. Mai mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Im Museum De Casteelse Poort finden Sie nähere Informationen zu diesen Veranstaltungen.

Als Reaktion auf die Tragödie des Zweiten Weltkrieges versammelten sich die Großmächte der ganzen Welt, um die Vereinten Nationen (UN) zu gründen. Sie finden nähere Informationen zur Gründung und den Befugnissen der UN in Den Haag, der Stadt von Frieden und Recht

Liberation Route

Entdecken Sie diese historische Memorial Route, die die wichtigsten Meilensteine im Vorstoß der Alliierten verbindet.

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Am 4. und 5. Mai gedenken und feiern wir

Am 4. Mai gedenken wir in Holland der Kriegsopfer. Am 5. Mai feiern wir die Freiheit. Entdecken Sie alle Aktivitäten.

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Museen

Freiheitsmuseum

Erfahren Sie den Krieg und feiern Sie die Freiheit im neuen Freiheitsmuseum in Groesbeek. Entdecken Sie die besonderen Geschichten hinter der Operation Market Garden, der heroischen Waal-Überquerung bei Nimwegen und dem Start der Rheinland-Offensive.

Wageningen, Stadt der Befreiung

Am 5. Mai 1945 unterzeichneten die Deutschen im Hotel De Wereld in Wageningen die Kapitulationsurkunden der deutschen Truppen in Holland. Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands fand einen Tag früher auf der Lüneburger Heide statt. Entdecken Sie selbst, wie unlösbar Wageningen mit der Befreiung Hollands verbunden ist.

Den Haag, Stadt von Frieden und Recht

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Den Haag zur internationalen Stadt von Frieden und Recht. Im Internationalen Gerichtshof und im Friedenspalast wird Tag ein, Tag aus an einer besseren Welt gearbeitet.