Kanadas Rolle

Als Holland schließlich im Mai 1945 von den deutschen Besatzern befreit wurde, war dies nicht zuletzt den kanadischen Truppen zu verdanken. Bis heute verbindet beide Länder eine enge Freundschaft: Zu Ehren der Tausenden kanadischen Soldaten, die für die Befreiung Hollands ihr Leben gaben, finden alljährlich Gedenkfeiern statt.

  • Wissenswertes zu den Kampfhandlungen, die dem Sieg der Alliierten vorausgingen.
  • Zum Gedenken an die vielen gefallenen Soldaten, die auf den kanadischen Soldatenfriedhöfen in Holland ihre letzte Ruhe fanden.
  • Der Vorstoß der kanadischen Truppen zur Befreiung Hollands.

Hollands Befreiung

Kanada spielte von September 1944 bis Mai 1945 eine ausschlaggebende Rolle bei der Befreiung Hollands, und zwar vom Südwesten – dem Schauplatz der entscheidenden Schlacht an der Scheldemündung – bis in den Nordosten, wo sich die Schlachten von Groningen und Delfzijl zutrugen.

Maßgebliche Kämpfe im Südwesten

Es begann alles im Oktober 1944 mit dem Ausbruch der Schlacht an der Scheldemündung, bei der internationale Truppen von der kanadischen 1. Armee angeführt wurden. Die Schlacht war eine der größten und erbittertsten des gesamten Krieges, wurde unter extrem harten Bedingungen ausgetragen und dauerte bis 8. November an. Sie sollte sicherstellen, dass im Anschluss an den D-Day Nachschub-Lieferungen die Alliierten Kräfte auf dem restlichen Kontinent erreichten, aber der Preis dafür war hoch: über 6.000 kanadische Soldaten wurden getötet, verwundet oder gefangengenommen. Beim Aufenthalt in Holland bietet ein Besuch im Bevrijdingsmuseum Zeeland umfangreiche Informationen über diesen geschichtlichen Zeitraum. Insbesondere die Schlacht an der Scheldemündung wird auf diese Weise wieder lebendig.

Ein weiteres wichtiges Gefecht im Südwesten war das am Kapelsche Veer auf dem Fluss Maas, in der Provinz Noord-Brabant. Es ereignete sich im extrem harten Winter 1944 -1945, dem sogenannten Hungerwinter, in dem Tausende holländische Männer, Frauen und Kinder dem Hunger und der Kälte zum Opfer fielen.

Befreiung des Ostens Hollands

Im Frühjahr 1945 begann die Befreiung des Nordostens von Holland. Die kriegerische Auseinandersetzung um den Twentekanal führte zur Befreiung von Almelo und Hengelo, und mit den Kampfhandlungen um Zutphen und Deventer gelang es, die beiden Städte am 8. April und 10. April zu befreien. Nun war der Weg frei, den Fluss Ijssel zu überqueren: Operation Cannonshot.

Vorstoß in den Norden

Anfang April erreichten die kanadischen Truppen die Grenzen der Provinzen Friesland und Groningen. Heftige Kämpfe folgten um Groningen, das am 16. April befreit wurde. Delfzijl – als Hafen von strategischer Bedeutung – folgte, und 62 Kanadier verloren ihr Leben in einem Gefecht, das über eine Woche andauerte. In diesem Zeitraum nahmen die Alliierten auch den holländischen Abschnitt des Atlantikwalls ein, eines Verteidigungssystems der Nazis entlang der Küste. Die Provinz Drenthe wurde ebenfalls befreit und nach langem Warten auch das Lager Westerbork.

Die Schlacht von Otterlo

Die Schlacht von Otterlo war die letzte, die auf holländischem Boden stattfand. Otterlo war zwischen den kanadischen Truppen auf der einen und deutschen Truppen auf der anderen Seite eingeschlossen. Letztere versuchten verzweifelt, ihre verbleibenden Soldaten in Sicherheit zu bringen. Das Ergebnis war ein überraschend harter, chaotischer Kampf.

Befreiung der westlichen Provinzen

Im Westen Hollands war die kanadische 1. Armee für die Befreiung der großen Städte, wie Amsterdam (7. Mai), Rotterdam (8. Mai) und Den Haag verantwortlich. Der letzte holländische Ort, der am 11. Juni befreit wurde, war die Insel Schiermonnikoog, die als das letzte Schlachtfeld Westeuropas gilt.

Kanadische Befreier in Holland

Es gibt zahlreiche Soldatenfriedhöfe in Holland, die als letzte Ruhestätten vieler internationaler Soldaten gelten. Auf den Soldatenfriedhöfen in Bergen op Zoom (Provinz Noord-Brabant), Groesbeek (nahe Nimwegen) und Holten (nahe Almelo) wird an die gefallenen kanadischen Befreier gedacht. Neben seinem ergreifenden, monumentalen Standort bietet das Informationszentrum in Holten Einblick in die Schlachten, die Befreiung und Erfahrungsberichte Einzelner. Das Memory Museum in Nijverdal (Wiedereröffnung nach Renovierung im Sommer 2019) und das Victory Museum Grootegast in Groningen sind gute Anlaufstellen, um mehr über den Zweiten Weltkrieg und die alliierten Soldaten zu erfahren, die halfen, Holland zu befreien.

In Groningen gibt es außerdem eine ganz besondere Gedenkstätte, den Bevrijdingsbos (Befreiungswald), in dem 30.000 Ahornbäume gepflanzt wurden. Und die Stadt Apeldoorn beherbergt das nationale kanadische Monument mit dem Titel De Man met de Twee Hoeden (Der Mann mit den zwei Hüten). Die Statue hält in jeder Hand einen Hut, die die Dualität von Krieg und Frieden, von Unterdrückung und Freiheit, von Leben und Tod, Freude und Trauer symbolisiert. Eine entsprechende Statue befindet sich auch in Ottawa, um das Band zwischen Kanada und Holland zum Ausdruck zu bringen. Tatsächlich findet in der kanadischen Stadt seit 1953 alljährlich ein Tulpenfestival statt, um derer zu gedenken, die im Krieg ihr Leben gelassen haben, und zu Ehren von Prinzessin Juliana, die Kanada für dessen Rolle bei der Befreiung ihres Landes und die Bereitwilligkeit, als Zufluchtsort für ihre Familie zu dienen, 100.000 Tulpenzwiebeln schenkte. Falls Sie etwas über die Zeit vor Kriegsausbruch erfahren, die Besetzung erleben und Zeuge der Befreiung und des Wiederaufbaus Hollands werden möchten, sollten Sie auf jeden Fall das Freiheitsmuseum in der holländischen Stadt Groesbeek besuchen.

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Entdecken Sie diese historische Memorial Route, die die wichtigsten Meilensteine im Vorstoß der Alliierten verbindet.

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