Operation Veritable

Im Winter 1944 konnten die alliierten Truppen an vielen Einsatzorten in der Umgebung von Nimwegen nicht weiter vorstoßen. Es kam vielfach zu Stellungskämpfen, bis Operation Veritable bzw. die Schlacht im Reichswald begann. Sie läutete eine Wende gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Die Offensive im Rheinland verzeichnete den Anfang. Mit dieser enormen Militäroperation sollte das westliche Rheinufer zurückgewonnen und der Rhein letztendlich überquert werden. Hierzu wurden unzählige britische, kanadische und US-amerikanische Soldaten zusammengezogen, um die Achsenmächte in Richtung Deutschland zurückzudrängen.

  • Wichtige Eckpunkte der Operation Veritable und deren Auswirkungen auf die Befreiung Hollands.
  • Bedeutende Schauplätze der Befreiung um Groesbeek und Nimwegen.
  • Zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten: die Gedenkstätte im Reichswald und der kanadische Soldatenfriedhof in Groesbeek.

Der Weg der alliierten Truppen bei Operation Veritable

Die Rheinlandoffensive umfasste nach den Plänen Feldmarschalls Montgomery diverse umfangreiche Offensivschläge. Zweck war die Zerstörung der deutschen Verteidigungslinien in Westeuropa. Dabei nahm die Operation Veritable eine Schlüsselfunktion ein. Mit dem berühmten Zangenangriff sollten die deutschen Truppen aus dem Gebiet zwischen Mosel und Rhein – eine nur 12 km breite Front – vertrieben werden. Zunächst wurde eine Streitmacht bestehend aus über 500.000 Soldaten um Groesbeek und Nimwegen im Osten Hollands versammelt. Dazu gehörte die 1. Kanadische Armee unter der Leitung von General Crerar und des britischen XXX Corps, angeführt von Lieutenant General Horrocks. Schließlich startete am 8. Februar 1949 Operation Veritable. Um die deutschen Truppen einzukesseln, sollten die britischen und kanadischen Streitkräfte vom Norden aus vorstoßen. Ihre US-amerikanischen Alliierten würden hingegen die Falle vom Süden aus zuschnappen lassen.

Wissenswertes über den berühmten Zangenangriffsplan

Nur wenige Pläne lassen sich in einem Krieg perfekt umsetzen. Der Zangenangriff wurde gestoppt, nachdem die Deutschen die Ablaufeinrichtungen der Rur-Staudämme zerstörten. Dadurch kam zu einer massiven Überflutung und sie verhinderte den Vorstoß der 9. US-Armee unter der Leitung von Simpson. Zudem hatten die britischen und kanadischen Bataillone nicht nur die Deutschen, sondern auch das Wetter zum Gegner. Ein unwillkommener Temperaturanstieg ließ den gefrorenen Boden auftauen, wodurch ein Vorrücken der Soldaten und Fahrzeuge in dem sumpfigen Gelände schier unmöglich war. Die Alliierten waren zwar zahlenmäßig deutlich im Vorteil, als die britischen und kanadischen Regimenter entlang der Front Aufstellung nahmen. Die Deutschen nutzten die Witterungsbedingungen und das Gelände zur Kontrolle des dichten Reichswalds. Sie verwandelten ihn mit Schützengräben, Granatwerfernestern, Stacheldraht und Flugabwehrgräben in eine gemeine Todesfalle.

Die Schlacht im Reichswald forderte hohe Verluste

Ehe die Schlacht begann, nahmen die Alliierten die feindlichen Stellungen zur Vorbereitung des eigentlichen Angriffs unter schweres Artilleriefeuer. Der schwerste Artillerieangriff an der Westfront im Verlauf des Zweiten Weltkriegs. Darauf folgten Luftangriffe, um eine Verstärkung der deutschen Truppen zu verhindern. Selbst als die Angriffstruppen das Signal für den Vormarsch auf die Stellungen der geblendeten deutschen Soldaten erhielten, erwies sich das Ganze als mühsame Aufgabe. Sie blieben daher bald hinter dem Zeitplan zurück. In manchen Gebieten mussten die Männer durch eiskaltes, hüfthohes Wasser waten. Verheerende Explosionen versteckter Minen zerstörten Panzer und Fahrzeuge, die die wenigen begehbaren Pfade blockierten. Und als der Regen tagelang anhielt, verwandelte sich der durch die Granatfeuer und schweren Fahrzeuge aufgewühlte Boden in dicken Schlamm.

Die Kämpfe waren ebenso erbittert wie während des gesamten Krieges. Überlebende Soldaten beschrieben die Kampfhandlungen im Reichswald als Gemetzel. Die zerstörte Landschaft und in Trümmer liegenden Gebäude sprachen von brutaler Gewalt und gnadenlosen Einzelkämpfen. Anschließend beschrieb Dwight Eisenhower Operation Veritable als „eine der heftigsten und gewaltsamsten Kriegshandlungen, ein erbitterter Ausdauer-Kampf zwischen den Alliierten und den Deutschen.“

Ein entscheidender Moment bei der Befreiung Hollands

Dennoch setzten die britischen und kanadischen Soldaten ihren Vorstoß fort. Die Infanterie wurde nach wie vor durch schwere Panzer und Artillerie unterstützt. Rund zwei Wochen nach Beginn eroberten die Briten die Linie auf der östlichen Seite des Reichswalds. Sie hatten gehofft, in nur drei bis vier Tagen dort zu sein. Und als die Überschwemmung schließlich zurückzuweichen begann, starteten die Amerikaner ihren eigenen Vorstoß, und Operation Grenade ließ die Falle zuschnappen.

Die Überquerung des Rheins am 23. März 1945 erwies sich als die letzte entscheidende Schlacht zwischen den Alliierten und den Deutschen auf europäischem Boden. Der letztendliche Erfolg von Operation Veritable und der Rheinlandoffensive ebneten den Weg für die schrittweise Befreiung holländischer Städte und Dörfer. Da die Deutschen nicht mehr in der Lage waren, das Rheinland zu verteidigen, konnten die alliierten Kommandanten die Befreiungsbemühungen im restlichen Land siegessicher fortsetzen. Dabei wurden viele der überlebenden Soldaten in den Norden, den Westen und den Süden abkommandiert, um sie dabei zu unterstützen.

Der Preis war jedoch hoch. Operation Veritable kostete 23.000 alliierten Soldaten das Leben. Auf deutscher Seite betrugen die Verluste 38.000 Mann. Auf dem kanadischen Soldatenfriedhof von Groesbeek und dem britischen Ehrenfriedhof im Reichswald, gleich hinter der deutschen Grenze bei Kleve, sind viele der alliierten Soldaten begraben.

Besuchen Sie das Zentrum von Operation Veritable

Das Gebiet im Zentrum von Operation Veritable ist überraschend klein. Daher können die wichtigsten Schauplätze problemlos im Rahmen von Führungen oder auf eigene Faust besucht werden. Nimwegen ist ein hervorragender Ausgangspunkt zum Reichswald sowie zu den anderen wichtigen Kriegsschauplätzen von Operation Market Garden und der Schlacht um Arnheim. Zur ausführlicheren Information über die Rheinlandoffensive lohnt ein Besuch des Freiheitsmuseum. An diesem ruhigen Ort inmitten einer üppigen, grünen Landschaft vermitteln interaktive Ausstellungen, Film- und Tonaufnahmen sowie spezielle Veranstaltungen interessante Fakten zur Befreiung Hollands. Nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt erinnert das Besucherzentrum Martinustoren in Gennep an einen weiteren, bewegenden Schauplatz der Befreiung. Kurzfilme, ein Radio-Hörspiel und mit großen Steinen entlang der Liberation Route markierte Audio-Hotspots erzählen ehrfurchtsvoll die Geschichte. Auf diese Weise werden die Kriegswirren dieser verheerenden Periode der Weltgeschichte näher beleuchtet.

Übernachten in Nimwegen

Buchen Sie Ihren Aufenthalt in der historischen Stadt Nimwegen. Um Ihrer Reise einen Hauch von Luxus zu verleihen, ziehen Sie das Sanadome Nijmegen in Erwägung, eine umwaldete Oase am Rande der Stadt. Falls Sie lieber im Herzen der Stadt übernachten, gibt es Hotel de Prince, das allen Komfort bietet.

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