Lady views painting in Frans Hals Museum Haarlem
© Ernst Wagensveld via NBTC
Kategorie:Toolbox

Grünes Erbe und große Meister - 15. Jan. 2026

Von einer grünen Kathedrale in Tilburg über historische Winterlandschaften in Kampen bis hin zu Meisterwerken in Haarlem – 2026 bieten sich drei völlig unterschiedliche Wege, Kunst, Erbe und Erneuerung zu erleben. Ideal für alle, die einzigartige Geschichten an Orten lieben, an denen Vergangenheit und Zukunft aufeinandertreffen.

Van Gogh Homeland und die Grüne Kathedrale – Tilburg

Mitte 2026 präsentiert Van Gogh Homeland: die Grüne Kathedrale in der Tilburgse Spoorzone – eine grüne Kopie der Tilburger Heuvelse Kerk. Der große Eyecatcher, voll mit Bäumen, Sträuchern und Pflanzen, ist eine temporäre Konstruktion mit mehreren Ebenen, konzipiert als grüne Oase.

Besucherinnen und Besucher können hier verschiedene Nachhaltigkeitsthemen erleben, mit einem Schwerpunkt auf der Begrünung unserer Städte. Die Grüne Kathedrale wurde vom niederländischen Architekten Winy Maas (MVRDV) entworfen, der zugleich Kurator des Programms ist. Die Gemeinde Tilburg ist Gastgeberin der ersten Ausgabe von Van Gogh Homeland.

Große Hendrick-Avercamp-Ausstellung in Kampen

Hendrick Avercamp, Winter scene outside the walls of Kampen

Kampen rüstet sich auf für einen kulturellen Höhepunkt: Vom 2. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027 wird das Stedelijk Museum Kampen wiedereröffnet – mit der bislang größten Ausstellung über Hendrick Avercamp (1585–1634). Avercamp, aufgrund seiner Taubheit „der Stumme von Kampen“ genannt, wuchs in der Hansestadt auf und wurde international bekannt für seine lebendigen Winterlandschaften, auf denen so viel zu sehen ist, dass sie Such- und Wimmelbildern ähneln. Rund vierzig Zeichnungen und Gemälde werden an der IJssel gezeigt, eingebettet in das Erbe, das in den Werken selbst wiederzuerkennen ist.

Die Ausstellung bietet einen Einblick in das städtische Leben des 17. Jahrhunderts: vom Vergnügen auf dem Eis bis hin zu den Fischern, Bauern und Händlern, die entlang des Flusses arbeiteten. Auch außerhalb des Museums ist Avercamp präsent. Ein Großteil der Gebäude, die er malte, prägt noch immer das Stadtbild. Besucherinnen und Besucher können so buchstäblich durch sein „echtes“ Gemälde spazieren oder daran entlangradeln.

Ausstellung Rembrandt – Frans Hals (Frans Hals Museum, Haarlem)

Frans Hals Museum

In dieser Ausstellung bringt das Frans Hals Museum ausgewählte Werke von Frans Hals und Rembrandt van Rijn miteinander ins Gespräch, darunter ihre berühmten Gruppenporträts der „Staalmeesters“ („Die Vorsteher der Tuchmacherzunft“) und der Regentinnen. Die beiden Großmeister der niederländischen Porträtkunst des 17. Jahrhunderts werden seit Jahrhunderten für ihren lockeren Pinselstrich und ihr außergewöhnliches Talent gefeiert, Menschen lebensecht auf die Leinwand zu bringen.

Ihr Blick galt dabei nicht nur wohlhabenden Bürgerinnen und Bürgern, sondern ebenso Kindern, Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Musikerinnen und Musikern. Und doch unterscheiden sich ihre Handschriften deutlich: Rembrandt arbeitete in Schichten und mit suchendem Blick, immer auf der Spur des inneren Kerns seiner Figuren. Hals malte schneller und direkter. Seine Bilder wirken wie eingefangene Augenblicke des Lebens.

In einigen Jahren wird das Frans Hals Museum seine bisherigen Standorte Groot Heiligland und Grote Markt verlassen und endgültig in De Egelantier einziehen, ein ehemaliges Krankenhaus aus dem 19. Jahrhundert. Der Umbau und die Renovierung sind für 2030–2032 geplant. Der neue Standort im historischen Herzen von Haarlem eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die reiche Sammlung des Museums zeitgemäß zu präsentieren – in Räumen, die sowohl der Geschichte der Kunst als auch den Anforderungen und Techniken der Gegenwart gerecht werden.

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