Ode an die Landschaft – 7 Blind Dates mit den Niederlanden - Holland.com
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Ode an die Landschaft

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7 Blind Dates mit den Niederlanden

Wenn uns Corona eines gezeigt hat, dann ist es eine gemeinsame Vorliebe für Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe. Die einstige Voreingenommenheit ist weg und uns wurde mit einem Mal die Augen geöffnet. Seitdem haben wir Schmetterlinge im Bauch: Jede neue Landschaft, die wir kennenlernen, ist wie ein Blind Date. Man findet sich sympathisch und nicht nur wegen der attraktiven Optik, sondern auch, oder vielleicht gerade wegen der Geschichten, die jeden Sinn bis aufs Äußerste schärfen.

Die Landschaft als verletzliche Kreatur, die dennoch immer ganz sie selbst bleibt. Manchmal ordentlich aufgereiht, wie eine endlose Polderlandschaft, die mit einem rasiermesserscharfen Tortenmesser in gleich große Stücke geteilt wurde. Ein anderes Mal eine Landschaft voller Falten und mit einer zotteligen Frisur, die noch nie einen Kamm gesehen hat. Aber immer ruhiger ist als erwartet und ein Ort ist, an dem man Platz hat. Nach der Wiederentdeckung der Vielfalt der holländischen Landschaft haben wir uns verändert. Unsere Schüchternheit ist verloren gegangen und aus jeder ersten Verabredung wird sofort eine langfristige Beziehung.

Diese Vielfalt der holländischen Landschaft rückt die Ode an die einzigartige Landschaft mit unzähligen Kunstprojekten, überraschenden Exkursionen, anregenden Erlebnissen und Ausstellungen ein Jahr lang in den Mittelpunkt. Entschließen Sie sich zu einem mitreißenden Blind Date, bei dem Sie faszinierenden Geschichten der sieben Partner zuhören. In diesem Themenjahr erkunden Sie die Landschaft und erleben die Natur hautnah!

Blind Date - FRIESLAND

Datingprofil

  • Wichtigste Charaktereigenschaft: Huldigung an den Horizont
  • Sucht: Großstädter, Nachteulen und Raumfahrer

Warften, Deiche, Pumpwerke, eingedeichte Binnenmeere: Seit Jahrhunderten setzen die Friesen alles daran, um sich im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser zu halten. Das Ergebnis dieser sorgfältigen Arbeit ist eine wunderschöne Landschaft, wie man sie nirgendwo sonst auf der Welt findet. Berühmt für „Elfstedentocht“ (Elf-Städte-Tour), endlose Seen und „Friese Dumkes“; und berüchtigt für die starrköpfige Bevölkerung.

Alljährlich betet man in der Hoffnung, dass die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken, damit die rund 15.000 Teilnehmer die Schlittschuhe anlegen können. Aber die Friesen warten längst nicht mehr auf den Frost. Sie haben ihre struppigen Köpfe zusammengesteckt, um sich eine Alternative zu überlegen: „11fountains“ – Elf Brunnen, die die Geschichte der elf friesischen Städte erzählen. Gemeinsam sind sie durch das Wasser verbunden, das wie ein Lebenselixier durch die Adern der Provinz fließt. Alle Wasserspiele wurden von Künstlern entworfen. Dabei gelingt nicht nur reichlich Wasser zum Einsatz, sondern auch viel Fantasie bei der Gestaltung der Werke. Die Brunnen sind über Wegstrecken verbunden, die zu Fuß, auf dem Rad, mit dem Auto, in einem Kajak oder auf einem SUP-Board zurückgelegt werden können.

Friesland ist aber nicht nur stolz auf seine elf Städte. Es zählt zu einer der dunkelsten Regionen, die schon zweimal mit dem Prädikat „Official Dark Sky Park“ ausgezeichnet wurde. Der Nationalpark Lauwersmeer und die Boschplaat auf Terschelling zählen zusammen mit 39 anderen Gebieten zu den dunkelsten Orten der Welt. Perfekt für Nachteulen auf der Suche nach Aktivitäten, die absolut kein Tageslicht vertragen. Dazu gehören u. a. die Beobachtung der Milchstraße oder ein heimliches Stelldichein mit dunklen Gestalten wie Fledermaus und Reh.

Wer keine Angst vor wechselnden Kontakten hat, kommt zum Wattenmeer. Hier präsentiert sich die Landschaft jeden Tag anders. Einmal ist es das Plätschern der Wasserrinnen und Molen, dann wieder das Kreischen der Vögel. Sie suchen auf dem Wattenmeer nicht nur Futter, sondern sind auch auf Partnerwahl. Es könnte in diesem Sommer, im September, aber auch der goldene Klang der Sänger und Schauspieler sein, der anlässlich der Wattoper die Weite erfüllt. Dieses Jahr steht die ergreifende Geschichte des Fischers Peter Grimes auf dem Programm. Egal, welche Art von Beziehung Sie zum Wattenmeer suchen oder gefunden haben: Ebbe und Flut dieses größten Gezeitengebiets der Welt sorgen dafür, dass jeder Tag ein Neuanfang ist.

Blind Date - NOORD-HOLLAND

Datingprofil

  • Wichtigste Charaktereigenschaft: Leben mit dem Wasser
  • Sucht: Kunstliebhaber, Außenseiter und Wasserratten

Viele werden es zwar nicht so sehen, aber im Grunde ist Nordholland eigentlich die größte Halbinsel der Niederlande. Im Westen liegt die Nordseeküste, im Norden das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und im Osten das gezähmte IJsselmeer. Die Errichtung des Abschlussdeichs im Jahr 1932 trennte die ehemalige Zuiderzee endgültig ab. Die historischen Städte wie Amsterdam, Alkmaar, Haarlem, Hoorn und Enkhuizen verkörpern das schlagende Herz dieses „Land des Meeres“. Die Entstehung dieser Städte zeugt vom großen Einfallsreichtum der Menschen. Jenseits dieser Städte verlaufen Kanäle wie Lebensadern durchs Land und die schier endlose, grüne Polderlandschaft der Provinz erstreckt sich so weit das Auge reicht.

Die grüne Polderlandschaft dehnt sich über die Provinz aus.

Kein Wunder, dass diese Landschaft zahlreiche Maler inspirierte. Hierzu gehörte auch der weltberühmte Maler Claude Monet, der sich an der Landschaft des Zaanstreek ergötzte. Aber auch der niederländische Maler, Bildhauer und Architekt Rudi van de Wint (1942–2006) fand seine Utopie in der nordholländischen Landschaft. Der Künstler verbrachte über 25 Jahre damit, sein Lebenswerk, De Nollen, zu schaffen. Gemälde, Statuen und Skulpturen entstanden hier im gleichnamigen Dünengebiet bei Den Helder und veranschaulichen seine innige Beziehung zur Landschaft. Ab dem 16. Mai taucht man auf seinen Spuren im Landschaftspark De Nollen vorübergehend in seine Welt ein. Dazu wird der Wegstrecke entlang der Kunstwerke gefolgt. Wer es vorzieht, kann sich zudem die erzählte Wegstrecke von Rudi van de Wints Werken in einem Podcast anhören.

Ein wichtiger Bestandteil der DNA Nordhollands sind die 160 Windmühlen, die wie ein längliches Chromosom den Landescharakter prägen. Von Mai bis Oktober warten 22 dieser Denkmäler der Landschaft auf Ihren Besuch. Gemeinsam bilden sie „den Geheimbund“, der im Flüsterton verrät, was sie im Laufe der Jahrhunderte gesehen haben und haben kommen sehen. Denn was kaum jemand weiß, ist, dass diese Windmühlen immer noch über uns wachen. Das ist etwas, das die Menschheit vor hundert Jahren nicht vorhersehen konnte. Damals war man davon überzeugt, dass die Zeit der Windenergie abgelaufen sei, aber die Mühlen wussten es von Anfang an besser. Sie wussten ganz genau, wie groß ihr Einfluss auf den Menschen und die Landschaft im Laufe der Jahre war. Und immer noch ist, denn wie bleiben wir trockenen Fußes, jetzt, wo der Meeresspiegel steigt? Bewegen auch Sie sich im Rhythmus der sich gleichzeitig drehenden Mühlenflügel der 22 Windmühlen durch die Landschaft. Untermalt mit Musik und einer schillernden Lichtshow beginnt die Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Blind Date - NATIONAL PARKS

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  • Wichtigste Charaktereigenschaft: Rembrandts der niederländischen Natur
  • Sucht: Abenteurer, Ruhesuchende, Vogelbeobachter und Naturfreunde
Lernen Sie die Rembrandts der niederländischen Natur kennen: 21 Nationalparks, die sich nicht nur durch ihre Artenvielfalt, sondern auch durch ihre Möglichkeiten auszeichnen. Eine beeindruckende Zahl, die nur wenigen bewusst ist. Noch weniger Menschen wissen jedoch, wie groß die Vielfalt der niederländischen Natur und ihre „Erlebbarkeit“ sind. Fast jeder Nationalpark offenbart sofort seinen eigenen Charakter. Bei einem Streifzug durch eine einzigartige Wasserwildnis (Nationalpark NLDelta) unternimmt man wie ein Entdecker die ersten Schritte im größten von Menschenhand geschaffenen Naturpark der Welt, den Marker Wadden (Nationalpark Nieuw Land). Dabei wird die Oosterschelde in einem Kajak überquert oder Sie gehen hier auf Meeresalgensafari. Radelt über den Sternenhimmel des Van Gogh-Roosegaarde-Radwegs in dem im Aufbau befindenden Van Gogh-Nationalpark. Und über 300 Algensorten, die im Nationalpark Oosterschelde gedeihen, mit ihrem salzigen Geschmack warten auf die Verkostung. Wer alle 21 Nationalparks bei einer Radfahrt aneinanderreiht, ist rund 1.300 km unterwegs.

Jeder Nationalpark zeichnet sich durch eine Besonderheit aus. In Lauwersmeer ist es der Seeadler, der wegen seiner gewaltigen Spannweite Aufsehen erregt. Zur Beobachtung der „Big 5“ muss man die Niederlande nicht verlassen. Aus Big Fives werden in jedem Park schnell Big Tens. Aber auch das Informationszentrum am Abschlussdeich (UNESCO-Weltnaturerbe), die 18 km lange Mountainbikeroute über die Heide im Nationalpark Sallandse Heuvelrug & Twente Reggedal, die Bibersafari im Nationalpark NLDelta oder die Van-Gogh-Radtour, die Sie in fünf Etappen durch das Leben Van Goghs im gleichnamigen Nationalpark führt, tragen zu den Erlebnissen und Erinnerungen bei, die Sie in den Parks sammeln.

Von April bis Mai wird Speeddating mit den verschiedenen Nationalparks angeboten. Die Parks laden zu Kunstausstellungen, Filmen, Musik, Exkursionen und vielen anderen Aktivitäten drinnen und draußen ein. Dabei gilt es nicht nur die Geschichte der Gegend zu enträtseln, sondern sich auch selbst zu Wort melden. Die sechs neuen Audio-Radrouten vermitteln eindrucksvoll die Landschaft, die das Herz höherschlagen lässt. Dabei erleben Sie Watt, Küste, Flüsse, Moore, Sandlandschaften und Polder, die unvergesslich in der Erinnerung bleiben. Die Audiorouten gibt es in der App: Meesterwerk Nederlands Landschap.

Die niederländische Landschaft erleben
Wo kann man die Vielfalt der niederländischen Landschaft besser erleben, als bei einem Besuch. Landal GreenParks bietet beispielsweise herrliche Ruhe und viel Platz in einer der vielen Unterkünfte. Bei Natuurhuisje.nl reserviert man ein einzigartiges Häuschen im Herzen der Natur. Diese Partner von „Ode an die einzigartige Landschaft“ haben für jeden ein Plätzchen inmitten der wunderbaren Landschaft. Sie sind auf der Suche nach etwas ganz anderem? Dann lassen Sie sich von den Möglichkeiten des Panorama-Shelter-Caravans von KIP inspirieren.

Blind Date - LIMBURG

Datingprofil

  • Wichtigste Charaktereigenschaft: weise Mutter, die Freude und Sorgen mit einem teilt
  • Sucht: Flussentdecker, Uferwanderer und romantische Träumer
Wer Limburg kennenlernen möchte, stattet am besten als erstes Mutter Maas einen Besuch ab. Dieser ungezähmte Fluss der Liebe hat es nämlich nicht versäumt, auf dem Weg zur Nordsee seine Spuren in der Limburger Landschaft zu hinterlassen. Der Fluss hinterließ eine wunderschöne Hügellandschaft, die in den Niederlanden einzigartig ist. Die Maas zeigt immer noch viele Facetten – Grensmaas, Zandmaas, Maasplassen, Maasduinen und Maasvallei – und dient als eine lange Ankerlinie, an der sich die Limburger festklammern, ein Flussvolk mit vielen Gesichtern aber mit ein und derselben Sprache. Die Sprache des fließenden Wassers, das aus der Vergangenheit in die Gegenwart strömt, und die Menschen in einem Strudel aus Geschichten mitreißt, die sich in diesem Jahr alle in einer großen Geschichte vereinen: Ode an die Maas.

Wer mit dem Boot, Fahrrad oder zu Fuß von Süden nach Norden reist, macht eine richtige Zeitreise. Eine Reise, die zeigt, wie die Limburger mit der Maas lebten und leben. Tauchen Sie ein in Kunst und Kultur, schlendern Sie durch die Natur und lassen Sie sich vor allem von der burgundischen Lebensart mitreißen, auf die Limburg ein Patent hat. Die verschiedenen Facetten treffen diesen Sommer an acht Themenwochenenden aufeinander, die auf der Maas und um sie herum organisiert werden. An jedem Themenwochenende übernimmt ein anderer Teil der Limburger Maas den Staffelstab. Immer einzigartig und immer überraschend, auch online, wo man dank der digitalen Storytelling-Plattform des Limburgs Museum in Venlo an den Lippen von Mutter Maas hängen kann.

Limburg hat ein Patent auf die burgundische Lebensart.

Hier treffen vier verschiedene Perspektiven auf die Limburger Lebensader in einer einzigartigen multidisziplinären Ausstellung aufeinander. Unter dem Titel „Mächtige Maas: Muse, Monster, Mutter, Mörder“ werden alle Sinne geschärft. Nach der Romantik der hügeligen Landschaft, die viele Künstler inspiriert hat (Muse), landet man im Schmerz Limburgs nach den Überflutungen (Monster), um sich dann im tröstenden Schoß zu erholen (Mutter). Letzteres als Vorbereitung auf den Endspurt: die Konfrontation mit einem selbst, dem Menschen als Verschmutzer der Landschaft (Mörder). Die Ausstellung ist vor allem eine Einladung, Mutter Maas selbst aufzusuchen, sie in ihrer ganzen Schönheit und Vielseitigkeit zu sehen, zu fühlen und zu riechen.

Blind Date - FLEVOLAND

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  • Wichtigste Charaktereigenschaft: Alles, was man hier nicht erwarten würde, und dennoch findet!
  • Sucht: Kunst- und Kulturfreunde und Innovationsjunkies
Wo einst die Zuiderzee wie ein gieriger Wolf die umliegenden Gebiete zerfraß, liegt heute Flevoland, die jüngste Provinz der Niederlande. Hier betritt man nicht nur den Grund der ehemaligen Zuiderzee, sondern auch einen fruchtbaren Boden für Natur, Kunst und Innovation. Wie beispielsweise die „Insel“ Schokland, die sich wie eine Fata Morgana aus einem grünen Wiesenmeer erhebt. Eins von stürmischen Wellen umspült, die gegen die hölzerne Küstenbefestigung schlugen, ist es heute ein Ort, wo sich Geschichte, Naturerlebnis und Kunst die Hand reichen. Diesen Sommer verwandelt sich die Warftenlandschaft sogar in eine einzige große Bühne. Ab dem 5. Juni organisiert Flevoland auf Schokland nämlich alle zwei Wochen ein Programm unter dem Titel „Sommer auf Schokland: Dichter auf dem Wasser“ mit Poesie, Theater, Musik und Kunst.

Darüber hinaus steht Kunst hier im Vordergrund: Über den Polder verteilt haben verschiedene internationale Künstler Geschichten mit Pinsel, Meißel, Bagger, Schweißgerät und Betonmischer zum Leben erweckt. Ganz gleich, aus welchem Winkel man schaut oder kommt, immer wieder „hört“ man einen anderen Klang und die Verbindung mit der Landschaft ist wieder anders. Auf einem Ausflug folgt man der Spur von neun Kunstwerken, die durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft führen. Alle Kunstwerke wurden in dem Buch „Land Art Live: The Flevoland Collection“ zusammengetragen. Es dient nicht nur als Nachschlagewerk, sondern ist gleichzeitig ein praktischer Reiseführer. Im Juni wird der Sammlung besondere Aufmerksamkeit geschenkt und unter anderem spezielle Touren organisiert.

Sind Sie ein Naturfreund? Im Hafen von Lelystad steigen Sie dann in ein Boot und binnen einer Stunde sind Sie in Marker Wadden. Hier befindet sich der größte von Menschenhand geschaffene Naturpark der Welt, der mitten im Markermeer buchstäblich aus dem Boden gestampft wurde. Er ist eine wahre Naturoase, in der der Flugverkehr dank der unzähligen Vogelarten reger ist als über Schiphol und Lelystad zusammen. Zudem ist die herrliche Natur durchzogen von Wanderwegen, die insgesamt 12 km lang sind. Glückspilz darf sich nennen, wer es geschafft hat, eines der vier Tiny Houses auf der Insel zu buchen.

Blind Date - ACHTERHOEK

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  • Wichtigste Charaktereigenschaft: Postkartenidylle mit Wiesen und Wäldern
  • Sucht: Spurenleser und Kunstjäger
Als sich Mutter Natur vor Jahrmillionen an die Gestaltung des Achterhoek machte, schob sie zunächst wie ein Bulldozer mit ihren breiten Schultern die dicke Eisschicht des Pleistozäns zur Seite. In ihrem Eifer brachte sie tonnenweise Sand, Findlinge und Kies mit. Anschließend drehte sie das Thermostat ordentlich auf, wodurch das Eis schmolz und eine Landschaft aus Moränen, Seen, Bächen, Flüssen, sandigen Ebenen und Sumpfwäldern zum Vorschein kam. Jedes Stück für sich schon ein Schmuckstück. Unter dem Einfluss des Menschen entstand später die typische Postkartenlandschaft – die wie eine Patchworkdecke über den Niederlanden ausgebreitet liegt – und Achterhoek formen sollte. Über den Ursprung des Namens „Achterhoek“ kursieren verschiedene Geschichten. Für den Durchschnittsholländer steht der Name für „weit weg vom Trubel der Stadt“. Wo man die Ruhe hat, den Geschichten zu lauschen, die hier vom Zusammenspiel von Mensch und Natur erzählen.

Dieses Jahr wurden diese Geschichten in verschiedenen Initiativen zusammengetragen, darunter das Projekt „Historisch Cultuurlandschap“, das Achterhoek in sechs Themenrouten erfasst: „Der Anfang“, „Bauernleben“, „Landsitze“, „Wasser“, „Glaube“ und „Handel“. Jede Wegstrecke folgt der Spur aus der Vergangenheit, die den Charakter der Achterhoek-Landschaft und der Bewohner geprägt hat. Eine Landschaft, in der man stilvolle Landsitze von Adelsfamilien, wohlhabende Bauern und gut betuchte Bürger in ungezwungener Atmosphäre kennenlernt. Dem Besucher werden Schlösser, Parkanlagen und Obstgärten wie eine Mitgift dargeboten.

Ländereien der Adelsfamilien in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen.

Eine andere Geschichte der Region richtet sich in diesem Jahr an Kunstjäger. Es heißt: Fahrradreifen aufpumpen und dem IJsselbiennale folgen, einer Kunstroute entlang des Flusses IJssel. Vom 18. Juni bis zum 19. September werden auf der Wegstrecke die Werke von 26 internationalen Künstlern gezeigt. Das ist nicht nur eine Hommage an den Fluss, sondern gleichzeitig eine Suche nach dem Einfluss des Klimawandels auf das IJsseltal. Aber das Revier der Kunstjäger und Spurenleser erweist sich als noch viel größer. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die kleinbäuerliche Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle von Achterhoek. Die Geschichte dieser landwirtschaftlichen Vergangenheit wird durch eine Reihe von Kunstwerken (im Entstehen) erzählt, die auf einer Wegstrecke – der Silo-Art-Tour – durch die Bauernlandschaft zu sehen sind. Inspiration hierzu bildete der mittlerweile berühmte Silo Art Trail in Australien, wo 37 Silos als Leinwand für riesige Wandbilder dienen. Das ganze Jahr über kann man sich an kreativen Farbklecksen erfreuen, mit denen ein Street-Art-Künstler zahlreichen Objekten regionale Identität verliehen hat.

Blind Date - HOLLÄNDISCHE WASSERLINIE

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  • Wichtigste Charaktereigenschaft: breite Schultern gegen das aufdringliche Wasser
  • Sucht: Geschichtsjäger, Safaribesucher und Kilometerfresser

Die Holländische Wasserlinie ist eine der Heldengeschichten der niederländischen Vergangenheit, deren erstes Kapitel schon 1815 geschrieben wurde. Das letzte entstand 1940, als die Wasserlinie ihre Funktion als Verteidigungslinie gegen die Kriegsgefahr verlor. Die Linie, die von Edam bis zum Biesbosch verläuft, besteht aus einem Komplex von Schleusen, Forts und Festungsstädten, die angelegt wurden, um einen Großteil Hollands sowie die Städte Amsterdam und Utrecht zu schützen. Sobald feindliche Truppen zu nahekamen, konnten Gebiete sofort geflutet werden. Die historische Bedeutung der Linie wurde 1996 unterstrichen, als der Festungsgürtel von Amsterdam einen Platz in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes erhielt.

Wer so richtig in die Geschichte der Wasserlinie eintauchen möchte, sollte sich das Wochenende 3./4. oder 10./11. September im Kalender vormerken. Dann findet nämlich das Event „Wir schließen die Linien“ statt, bei dem die Türen für Besucher weit geöffnet werden. Man hat Zugang sowohl zur Militärgeschichte als auch zur Zukunft der Linie. Dabei steht das Feuchthalten des Bodens als Waffe im Kampf gegen Austrocknung im Mittelpunkt. Ein festliches Wochenende, das zusätzlich mit Musik, Theater und Lichtprojektionsshows geschmückt wird.

Wenn Sie nicht nur Geschichte, sondern auch Natur und Biodiversität interessieren, melden Sie sich doch für eine der Fort-Safaris an. Sie finden zwischen Mai 2021 und Mai 2022 statt. Zusammen mit einem Förster werden die Geschichten der jahrelang verschlossenen Forts ergründet. Denn, seit die Türen dieser Trittsteine in der Landschaft verschlossen wurden, haben sich hier unzählige Tiere und Pflanzen angesiedelt. In wunderschön verborgenen Inseln der Natur, von der Mini-Steppe bis zum dicht bewachsenen Urwald, leben heute Tiere, Insekten, Pflanzen und Blumen, deren Herkunft manchmal sehr speziell ist. Ohne Integrationskurs haben sie sich mittlerweile vollständig ihrem neuen Zuhause angepasst.

Eine andere Möglichkeit, die Holländische Wasserlinie zu erkunden, ist mit dem Fahrrad. Zum Beispiel bei der Hollandse Waterlinies Fietstour, die am Wochenende vom 19./20. Juni organisiert wird. Wer es dabei ruhiger angehen lassen möchte, kann am Samstag eine der thematischen Wegstrecken (40 oder 60 km) wählen, ausgehungerte Kilometerfresser beißen sich hingegen am Sonntag in der 100, 200 oder sogar 300 km langen Wegstrecke fest. Dabei wird alles Sehenswerte der gesamten Linie aneinandergereiht. Eine einzigartige Erfahrung und ein Event, das sich gut auf der Löffelliste macht.